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22.10.2017 - 16:45

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Ein „fucking geiles“ Eishockey-Wochenende (frei nach Greg Holst)

Die Luchse entführen die Punkte aus Gebensbach und Aich und stehen auf Platz 2 der Tabelle

 

Bereits das Spiel in Dorfen gegen den ESV Gebensbach bleibt sicher in den Köpfen vieler Beteiligter.

Im Vorfeld der Partie mussten bereits Probleme bezüglich  der Ausrüstung von zwei Spielern bewältigt werden. Wir möchten uns in diesem Zusammenhang nochmals herzlich beim Sicherheits-Chef von Red Bull München und einer guten „alten“ Eishockeybekannten  bedanken.

Aber nachdem dies alles geregt wurde waren es immerhin 16 Spieler, die gegen den ESV Gebensbach auf dem Eis standen. Die Hausherren selber konnten zwar nur 12 Spieler aufbieten, machten aber von Beginn an klar, dass man die Punkte gegen einen „direkten Konkurrenten um einen Mittelfeldplatz“ (Zitat Vorbericht) trotzdem sichern wollte.

Und so begann die Partie auch furios ohne langes Abtasten. Während bei den Münchnern jedoch kein zählbares Ergebnis erzielt wurde, sah das auf Seiten der Gebensbacher ganz anders aus.

Bereits in der 3. Spielminute erzielte man das 1:0 und zwischen der 10. und 12. Minute sogar drei weitere Treffer. 

Danach räumte Tom Berger seinen Platz und Martin Ausserhofer stand im Gehäuse der Luchse.  

Die Münchner agierten nun etwas cleverer und konnten knapp zwei Minuten vor Drittelende den 1:4 Anschlusstreffer durch Maxi Huff erzielen und nur 14 Sekunden später zappelte die Scheibe erneut im Gehäuse der Gastgeber, Torschütze war diesmal Ville Dollhofer auf Zuspiel von Maxi Huff.  Und so wurde beim Stande von 4:2 zum ersten Pausentee gebeten.

Leider verbesserte sich die Situation auch im zweiten Drittel aus Sicht der Luchse wenig. Man stand zwar in der Defensive etwas sicherer, aber schaffte es nicht, die Chancen die einem geboten wurde auch zu verwerten.

Anders machte es da der ESV Gebensbach der in der 34. Spielminute einen weiteren Treffer erzielen konnte. So ging es beim Stande von 5:2 in die zweite Pause, die Luchse waren zusätzlich gehandikapt, weil Christian Falat noch eine 2 Minuten Strafe mit in diese Drittelpause nahm.

Trainer Michi Löw stellte bei dieser Unterbrechung dann auf zwei Reihen um, weil man mit aller Kraft versuchen wollte, noch die nötigen Treffer zu erzielen.

Aber bereits nach 1:25 wurde dieses Vorhaben gestoppt, als Thomas Zorn zum 6:2 für den ESV Gebensbach einnetzte.

Die wenigsten Zuschauer glaubten zu diesem Zeitpunkt noch an einen Punkt für die Münchner, doch angetrieben von den unermüdlich anfeuernden Fans ging jeder Spieler noch einmal bis ans Limit.

Und was 2 Drittel lang nicht geklappt hatte funktionierte auf einmal.

Ab der 46. Spielminute fiel ein Treffer nach dem anderen.

46:13  Torschütze Florian Wimberger zum 3:6

48:25 Torschütze Florian Wimberger zum 4:6

50:16 Torschütze Maxi Huff zum 5:6

Und die Uhr zeigte 52.04 als Christian Falat mit einer Bogenlampe von der blauen Linie den vielumjubelten Ausgleich erzielte.

 

Doch jetzt hatten die Luchse Blut geleckt und die Marschrichtung war weiter immer nur nach vorne.

Zusätzlich stellten manche Spieler bei den Hausherren auch sichtbar die Gegenwehr ein, waren sicher etwas geschockt was da passierte und teilweise ließen auch die Kräfte einfach nach.

Und so rollte eine Angriffswelle nach der anderen Richtung Gehäuse von Martin Laimer, der einem fast schon leidtun konnte. Denn es waren teilweise schon kuriose Treffer, die er noch einstecken musste.

So erzielte Christian Geuß im Stile eines Golfers einen Rückhand-Schlagschuss-Treffer in der 53. Spielminute und nur 50 Sekunden später einen weiteren kuriosen Treffer, als er fast auf der Grundlinie abzog.

Der letzte Treffer der Partie war dann wieder Florian Wimberger vorbehalten, der damit seinen Hattrick erzielte und den 9:6 Sieg der Luchse sicher stellte.

Eigentlich war kein Spieler im Team, der es je erlebt hatte, dass man 7 Treffer in 11 Minuten erzielt hätte und so wurde der Sieg auch ausgiebig gefeiert und jeder der bis zum Schluss dabei war wird dieses verrückte Spiel sicher in bleibender Erinnerung behalten.

Ein Zuschauer ging dafür „leider“ zu früh nach Hause. Heinz Zerres der Trainer des EV Aich war beim Stand von 6:2 für Gebensbach nach Hause gefahren, um die Taktik für das Spiel am Sonntag auszuarbeiten.

Und dieses Spiel sollte  ganz anders verlaufen als vom Coach des EV Aich geplant.

Jeder in den Reihen der Münchner war sich klar, dass hier ein ganz anderer Gegner auf dem Eis stand, als beim Freitagsspiel. Nicht nur dass man in Aich die letzten 5 Jahre nicht mehr gewonnen hatte, muss man die Aicher diese Saison auch zu einem der Meisterschaftsfavoriten zählen. Lange Zeit war ja sogar nicht einmal sicher, ob der Zweitplatzierte der letzten Saison in der Landesliga antritt.

Doch durch die fulminante Aufholjagd konnten die Luchse mit breiter Brust in das Spiel gehen und das Vorhaben, das Spiel möglichst sofort an sich zu reißen, gelang im ersten Drittel eindrucksvoll.

Bereits nach 2 Minuten erzielte Dominik Pietrowski nach Zuspiel von Thomas Hemmerle und Mathias Sommerer das 1:0. 

Und die Luchse blieben weiter die spielbestimmende Mannschaft. Die wenigen Angriffe der Aicher, die abgeschlossen werden konnten, wurden dann eine sichere Beute von Martin Ausserhofer.

Auf der anderen Seite konnte Bernhard Eggertinger die weiteren Treffer der Münchner nicht verhindern.

7:51 zeigte die Uhr als Florian Wimberger nach Zuspiel von Daniel Hahn und David Jelinek den zweiten Treffer erzielte und knapp 1,5 Minuten später erzielte Marius Mühlenberg ebenfalls nach Vorlage von Daniel Hahn und einem sehenswerten Solo, sogar in Unterzahl das 3:0 aus Sicht der Luchse.

Doch immer noch war der Torhunger der Münchner nicht gestillt, in der 9. Spielminute war es Christian Falat, der eine Granate von der blauen Linie abschoss, die für den Aicher Goalie unhaltbar ins Kreuzeck einschlug. Und bevor sich die Hausherren davon erholen konnten, erzielte Maximilian Huff knapp 2 Minuten später den Treffer zum 5:0.

Aich erzielte dann 2 Minuten vor Drittelende den 1:5 Anschlusstreffer durch Alexander Scholz.

Kurz nach Wiederbeginn keimte für die Gastgeber noch ein bisschen Hoffnung auf, als nach nur 46 Sekunden Jens Trautmann zum 2:5 einnetzen konnte.

Doch auch davon ließen sich die Münchner nicht beeindrucken und nach einem sehenswerten Solo stellte Thomas Hemmerle mit seinem Treffer den 4 Tore Vorsprung wieder her, den in der   27. Spielminute erneut Dominik Pietrowski sogar zu einem 5 Tore Vorsprung ausbauen konnte.

 Mit diesem beruhigenden Zwischenstand von 7:2 ging es dann in die letzte Drittelpause.

Und sicher war die Stimmung gut, doch auch aufgrund der selbst gemachten Erfahrung wusste man, wie schnell noch Ungewöhnliches passieren konnte.

Nur – an diesem Tag passierte nichts mehr. Die Luchse zogen sich etwas zurück und spekulierten auf einen Kontertreffer, standen aber in der Defensive so sicher, dass der EV Aich zu keinem weiteren Treffer kam.

Und so konnte man den zweiten Sieg an diesem Wochenende feiern. Ein kleiner Wehrmutstropfen war aber die Nachricht, dass Dominik Pietrowski bei einem Schlagschuss im letzten Drittel einen Mittelfußbruch erlitt und damit längere Zeit ausfällt.

Dass hier die Schiedsrichterleistung beider Partien nicht angesprochen wurde, lag übrigens daran, dass es hier keine großen Probleme gab. Sicher kann man immer diverse Situationen anders beurteilen, aber warum z.B. nach Spielende ein Aicher Spieler noch den Schiedsrichter beschimpfte und offensichtlich ihn für die Niederlage verantwortlich machen wollte, ist schwer nachzuvollziehen. Nicht nur, dass der MEK im Vergleich mehr Strafen aufgebrummt bekam, hatte speziell dieser Spieler noch mehrere grenzwertige Situationen beschworen, die durchaus noch zu weiteren Strafen hätten führen können.

Mit diesem Sieg schoben sich die Luchse auf Platz 2 der Tabelle vor, wobei die jetzige Tabelle zeigt, wie spannend und eng die BZL Ost diese Jahr ist.

Die Vereine auf den Plätzen 2, 3 und 4 sind jeweils Spiel- und Punktgleich und nur aufgrund der Tordifferenz (jeweils genau 3 Treffer) ergibt sich die Platzierung.

 

Statistik:

ESV Gebensbach – MEK München      Strafzeiten:   8 + 10 / 10    

EV Aich – MEK München                       Strafzeiten   16  / 22