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Münchner „Luchse“ drehen einen 0:3 Rückstand gegen den ERSC Ottobrunn und gewinnen mit 5:4 nach Eishockeykrimi

Nachdem es am ersten Spieltag beim 1:15 in Waldkraiburg einen herben Dämpfer für das neuformierte Team der Münchner Luchse gab, folgte gegen den ERSC Ottobrunn am zweiten Spieltag eine Antwort auf dem Eis, mit der man nach dem 0:3 Rückstand nach dem ersten Drittel nicht gerechnet hätte in der letzten Spielzeit. Ein Faktor auch, die durchgängige Unterstützung der Fans.

 

Nach den durchwachsenen Vorbereitungsspielen und dem 1:15 gegen den zu erwartenden Ligaprimus Waldkraiburg 1b (mit einigen Ex – Oberliga – Spielern gespickt), wusste man vor dem Spiel nicht, wie das neuformierte Team sich davon erholt hatte.

Vor 152 Zuschauern im Olympia-Eisstadion, das von der ersten bis zur letzten Minute von der „Szene MEK“ die von ihren Freunden vom DEL 2 – Klub „Ravensburg Towerstars“ mit unterstützt wurden, in ein Stimmungsoval gehüllt wurde, als wäre das zehnfache an Fans im Stadion (viele die eigentlich zum Publikumslauf wollten, schauten zumindest Drittelweise zusätzlich vorbei) konnte Trainer Heini Reis gleich zehn der Neuzugänge aufbieten.

Severin Cesak (ESC Dorfen) Marc Alexander Völkel (vom SE Freising), Sascha Reis (inaktiv), Marcel Bentele (7 Jahre inaktiv, davor TSV Erding), Christian „Danish Dynamite“ Gade (U 19 Nationalspieler aus Dänemark), Sven Marb (ERC Ingolstadt 1b), Andreas Baumer (ein Münchner Kindl zuletzt TEV Miesbach), Harald Nuss (1 Jahr beruflich inaktiv), Martin Mucha (inaktiv, zuletzt Königsbrunn) und Julian Behmer (ERV Schweinfurt) sorgten dafür, dass man mit 22 Akteuren antreten konnte.

 

– Erstes Drittel 0:3 endet unter Wert –

Von Anfang an zeigten beide Teams, dass sie für ein Bezirksligaspiel richtiges Eishockey zeigen wollten und boten sich einen offenen Schlagabtausch. In der achten Minute hatten die Luchse binnen 22 Sekunden gleich drei Großchancen zur Führung, die vom hervorragenden Torhüter Jamie Schinner alle entschärft werden konnten. Die Drangphase der Luchse hielt weiter an, doch völlig unerwartet kamen die Gäste in der 10. Minute zum 0:1 Führungstreffer durch Fabien Ferron. Noch nicht richtig erholt von dem Gegentreffer, folgte 75 Sekunden später das 0:2 durch Adrian Huber.

– Körpersprache der Luchse lies Hoffnung aufkeimen –

Dennoch erspielten sich die Luchse Chance um Chance, scheiterten immer wieder an Jamie Schinner, und wie eine alte Weisheit sagt, wenn man seine Chancen nicht macht, bekommt man die Strafe, und so kam Ottobrunn kurz vor der Drittelpause zum 0:3, Bemerkenswert, dass es keine einzige Strafzeit gab im ersten Drittel (doch Strafzeiten können auch taktisch sein, wie der weitere Verlauf noch zeigen wird). Aufgrund des Spielverlaufs, verließen die Luchse aber alles andere als geknickt das Eis, und kamen erhobenen Hauptes mit klarer Körpersprache aus der Kabine. Der angeschlagene Goalie Jens Lachenmaier wurde durch Severin Cesak ersetzt.

 

– Furioser Mittelabschnitt –

Eine alte Eishockeyweisheit sagt, ein Spiel ist nicht nach dem ersten Drittel gewonnen, besonders, wenn der Gegner meint, er hat alles in der Tasche. Mit dem Torhüterwechsel setzte Coach Heini Reis ein klares Zeichen, und mit den ersten Saves von Severin Cesak ging das Zeichen an die Ottobrunner, dass das Luchsrudel noch immer hellwach war.

Folgerichtig traf in der 26. Minute Michael Hemmerle zum 1:3 und nur wenige Sekunden später hatten die Luchse sogar den Anschlusstreffer zum 2:3 auf dem Schläger. Doch statt dem 2:3 schlug die Scheibe in der 28. Minute direkt neben dem Innenpfosten von Severin Cesak ein, und Ottobrunn stellte den alten Abstand wieder her. Irgendwie fanden sich die Ottobrunner im Gefühl des sicheren Sieges wieder, und begannen das Luchsrudel zu unterschätzen. Die Luchse drängten weiter und wurden in der 34. Minute durch Neuzugang Christian „Danish Dynamite“ Gade mit dem 2:4 belohnt. Davon beflügelt erzielte in der 35. Minute Julian Behmer den Anschlusstreffer zum 3:4.

Ottobrunns Trainer Marcel Breil (in München auch kein Unbekannter) nahm daraufhin eine Auszeit, um den Spielfluss der Luchse zu stören.

Unter der Anfeuerung des Luchse Anhangs sprühte das Team richtig vor Ehrgeiz, und gerade als Ottobrunn zwei Sekunden in Überzahl war, gelang Kapitän Christoph Kohl mit einem Schlagschuss vom Schützen aus gesehen in den rechten oberen Winkel der 4:4 Ausgleich als „Short-Hander“.

 

– offener Schlagabtausch im Schlussabschnitt –

wer glaubte, im Schlussdrittel würde taktiert werden, der wurde eines besseren belehrt, Beide Teams spielten mit völlig offenem Visier und wollten die Entscheidung. Zu Beginn der 46. Minute wurde nach Dauerdruck der Luchse ein Alleingang durch den hervorragenden Goalie der Ottobrunner pariert. Der offene Schlagabtausch wurde immer offensiver, und eine wunderbare Kombination der Luchse, leitete in der 50. Minute den Siegtreffer ein. Ein Querpass, ein kurzer Abpraller und Rückkehrer Harald Nuss stand goldrichtig, um zum 5:4 einzunetzen.

Was für ein Derby, und die Spannung im Olympiaeisstadion war bis unter das Hallendach zu spüren. Ottobrunn versuchte auf den Ausgleich zu drängen, die Luchse mussten alles in die Verteidigung legen. 74 Sekunden vor dem Ende, kassierte Neu-Luchs Andreas Baumer wegen Spielverzögerung eine 2 Minuten Strafe, als bei Ottobrunn schon Goalie Jamie Schinner das Tor zu Gunsten eines weiteren Feldspielers verlassen hatte.

Für viele eine unnötige Strafe, die das Luchsrudel in Gefahr bringen würde – taktisch war es von Baumer einer hervorragende Entscheidung (man merkte seine höherklassige Erfahrung) – denn durch die Herausnahme des Torhüters bei Ottobrunn wäre jeder Befreiungsschlag der Luchse, der nicht ins Ottobrunner Tor geht, bei 6:5 zum unerlaubten Weitschuss geworden. Mit dieser Strafe war zwar Platz für 6 gegen 4, aber jeder Befreiungsschlag in Unterzahl würde die letzten Sekunden Zeit bringen, und einmal fehlten auch nur wenige Zentimeter zum 6:4.

Am Ende war es genau die richtige Entscheidung, und die Luchse brachten den knappen Vorsprung über die Zeit.

Die Fans sangen völlig zu Recht „Der MEK ist wieder da“, wenngleich man nicht vergessen darf, dass Ottobrunn zu diesem frühen Saisonzeitpunkt aufgrund der Freiluftfläche nur bedingt trainieren kann.

Besonders zu loben ist die Disziplin der beiden Mannschaften, denn mit 6 zu 4 Strafminuten können wir alle von einem sehr fairen Spiel sprechen, gleichzeitig davon, dass von der „langen Leine“ die von den beiden Schiedsrichtern gewährt wurde, niemand Gebrauch gemacht hat.

 

Statistik: 

Aufstellungen: 

Münchner Luchse:

Jens Lachenmaier (ab 20:00 Severin Cesak) – Alexander Killinger „A“, Daniel Marino, Marc-Alexander Völkel, Christoph Kohl „C“, Sascha Reis, Marlin Schafroth, Michael Hemmerle, Marcel Bentele, Mathias Sommerer – Florian Sonnengruber, Tobias Bussiek, Christian Gade, Thomas Hemmerle, Sven Marb, Andreas Baumer, Harald Nuss, Marlin Mucha, Konrad Böhner, Julian Behmer, Stephan Hirschauer.

ERSC Ottobrunn:

Jamie Schinner, Jona Gilch – Daniel Carvalho, Rik Knopf, Christian Born, Fabian Hamberger, Florian Wöhling, Pietro Scattaglia, Maximilian Pasiciel – Sebastian Leuthäuser, Philipp Sonntag, Florian Lenk, Manuel Hoffmann, Thomas Huber, Julian Grützmann, Peter Feicht, Adrian Huber, Fabien Ferron, Benedikt Fischer.

 

Tore:

 

0:1 09:25 FERRON (Carvalho, Feicht)

0:2 10:40 HUBER A. ( Huber T., Grützmann)

0:3 19:38 FERRON (Hoffmann, Feicht)

1:3 25:42 HEMMERLE M. (Gade, Baumer)

1:4 27:53 GRÜTZMANN (Huber T, Huber A.)

2:4 33:45 GADE (Reis, Mucha)

3:4 34:38 BEHMER (Hemmerle T, Sonnengruber)

4:4 38:29 KOHL (Sommerer, Baumer 4:5)

5:4 49:01 NUSS (Baumer, Gade)

 

Strafzeiten:

Münchner Luchse 6

ERSC Ottobrunn 4

 

Zuschauer 152.