Heimauftakt geht gründlich daneben – Luchse verlieren rassiges Derbyrückspiel gegen Dachau

Die Mannschaft des Münchner EK will auch in Woche Vier der Bezirksliga Bayern noch nicht so richtig in Schwung kommen. Nach dem 4-5 Auswärtserfolg im letztwöchigen Hinspiel mussten sich die Luchse im Rückspiel gegen den ESV Dachau verdient mit 1-4 (0-3, 0-1, 1-0) geschlagen geben.

Ein Auftaktdrittel zum Vergessen

Die Voraussetzungen für das Derbyrückspiel hätten an und für sich kaum besser sein können. Coach Markus Kiefl hatte einen übervollen Kader zur Verfügung, die Luchse haben das Hinspiel gegen Dachau für sich entscheiden können, und die Spechte hatten noch das anstrengende Gastspiel in Freising vom Vortag in den Knochen. Kurz sah es so aus, als würden die Landeshauptstädter diesen Vorteil direkt nutzen können. Keine Minute war gespielt, und schon gab es die erste Überzahlsituation für den MEK. Doch mit der ersten Powerplayshift begann ein Drittel, das die Luchse am liebsten aus ihrer Erinnerung streichen würden. Den Gastgebern wollte mit einem Mann mehr auf dem Eis nichts gelingen, und die Spechte kamen von Wechsel zu Wechsel besser ins Spiel. Folgerichtig waren es die Dachauer, die den ersten Treffer des Abends erzielten. Maximilian Kronschnabl netzte in der 5. Minute zum 0-1 ein – eine Führung, die seine Mannschaft bis zum Abpfiff nicht mehr abgeben sollte.

Die Luchse hatten in allen Bereichen des Spielfelds Schwierigkeiten, schafften es jedoch, ihr erstes Unterzahlspiel zu überstehen. Beim zweiten Penaltykill war ihnen das Glück nicht mehr hold. Robert Gebhardt vollendete einen Spielzug der Gäste zum verdienten 0-2. Als die Luchse kurz vor der Drittelpause mit einem Mann mehr agieren konnten, glich es angesichts des absolut einseitigen Spielverlaufs bereits einer Art letzter Chance, das Momentum wieder auf die eigene Seite zu reißen. Statt dies zu tun, kam es jedoch noch dicker. ESV-Neuzugang Wasilij Guft-Sokolov fuhr einen Konter in Unterzahl und stellte zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt von 11 Sekunden vor der Drittelpause auf 0-3. Ein passendes Ende für einen aus Sicht der Gastgeber katastrophalen ersten Abschnitt.

Luchse laufen uninspiriert an, Spechte bauen Führung aus

Der dritte Gegentreffer hat wie ein früher Knockout gewirkt, und beinahe wären die Luchse eine Minute nach Wiederanpfiff endgültig zu Boden gegangen. Es lief immernoch dasselbe Überzahlspiel, in dem die Münchner das 0-3 kassierten, und wieder unterlief den Landeshauptstädtern ein Reifenplatzer. Robert Gebhardt war auf und davon, Leon Axtner konnte ihn nur noch mit einem Foul stoppen, und die Schiedsrichter entschieden folgerichtig auf Penalty. Glücklicherweise konnte MEK-Goalie Tamino Kaut den Bayernligaveteran noch entscheidend stören, sodass der Schussversuch als beendet erklärt wurde, bevor der Dachauer Stürmer die Scheibe im Nachsetzen über die Linie stochern konnte. Glück für die Luchse, die sich einmal mehr bei ihrem Goalie für das Verhindern eines noch deutlicheren Ergebnisses bedanken konnten.

Auf dem Eis änderte sich wenig am Geschehen. Die Luchse mühten sich ab, ließen aber all die Eigenschaften, die sie im Vorjahr so erfolgreich gemacht haben, vermissen. Zu eigenbrötlerisch, zu verspielt, zu wenig Zug zum Tor. Lediglich zwei Spieler im schwarz-gelben Trikot verzeichneten mehr als drei Torschüsse. So wird es schwierig, Tore zu schiessen, und wie einfach es gehen kann, zeigten die Spechte in der 30. Minute. Justin Bachmann zog von der blauen Linie ab, Maximilian Kronschnabl hielt die Kelle rein, der Puck sauste unhaltbar an Tamino Kaut vorbei und schlug zum 0-4 im Münchner Tor ein. In den Schlussminuten erarbeiteten sich die Münchner ihre ersten gefährlichen Gelegenheiten des Spiels, agierten jedoch weiter zu zögerlich vor dem Tor und eben nicht wie eine Mannschaft, die einen Vier-Tore-Rückstand aufholen muss. Somit ging es mit dem Zwischenstand von 0-4 in die zweite Pause.

Hitziges Schlussdrittel endet mit Ehrentreffer

Die Luchse hatten sich viel für den letzten Abschnitt vorgenommen, es blieb jedoch bei dem vertrauten Muster. Die Landeshauptstädter trugen die Scheibe vor, kamen in das gegnerische Drittel, doch anstatt dort für Alarm vor dem Tor zu sorgen, zogen sie ein Sterben in Schönheit vor. Die Spechte ließen die Luchse die Scheibe an den ungefährlichen Stellen des Spielfelds laufen lassen, verteidigten jedoch kompromisslos, sobald sich doch mal ein Gegenspieler vor das Tor traute. Mit zunehmender Zeit kam die körperliche Komponente noch mehr ins Spiel, sodass das Spiel immer zerfahrener wurde. Eine Vielzahl an Strafen auf beiden Seiten sorgte nochmal dafür, dass die Special Teams beider Mannschaften noch einige Male aufs Eis durften.

Fünf Minuten vor Ende kochten die Emotionen schließlich über. Neuluchs Michael Glattenbacher sowie die Spechte Jonas Rimann und Tim Berndt ließen die Fäuste fliegen, und alle drei Spieler wurden zum Duschen geschickt. Für die Luchse sprang bei dem Faustkampf eine letzte Überzahlsituation des Abends heraus, und diese konnten die Münchner endlich nutzen. Sascha Günzel entschied ein Bully für sich, und Leon Axtner feuerte direkt aufs Tor. Sein Versuch blieb hängen, doch Henri Höhn war im Nachschuss zur Stelle und stocherte die Scheibe zum 1-4 über die Linie. Der ansonsten gut aufgelegte ESV-Goalie Severin Cesak konnte bei dem Nachschuss aus nächster Nähe wenig machen außer sich darüber ärgern, dass ihm der Shutout an alter Wirkungsstätte so kurz vor Ende verwehrt wurde. Genau das, was die Luchse das ganze Spiel über hätten machen sollen, klappte nun in den letzten vier Minuten des Spiels – Scheiben aufs Tor bringen, auf die Nachschüsse gehen, und den unbedingten Willen zum Tore schießen zeigen. Bezeichnenderweise wäre ein weiterer Treffer in dieser Phase nicht unverdient gewesen, zieht man jedoch das gesamte Spiel in Betracht, geht der 1-4 Endstand und die damit verbundene Niederlage im zweiten Derby der Saison absolut in Ordnung und ist fast schon schmeichelhaft.

Luchse verlieren Derby, bevor es überhaupt begonnen hat

Der Samstag startete voller Euphorie und Vorfreude auf das erste Heimspiel vor der im Vergleich zum letzten Heimspiel stark gewachsenen MEK-Eishockeyfamilie. Diese positiven Emotionen wichen nach nur 20 Minuten kompletter Ernüchterung. Die Luchse konnten ihren hochmotivierten Gegnern über 60 Minuten kaum etwas entgegensetzen. Als die Landeshauptstädter endlich aufwachten, war es leider viel zu spät, um noch mehr als den Ehrentreffer zu erreichen. So schaut die Bilanz der Luchse nach vier Wochen absolut ernüchternd aus, und es wartet viel Arbeit auf die Mannschaft von Markus Kiefl, um dieses Bild in den kommenden Wochen zurechtzurücken.

Mission Laufschultrikots erfolgreich abgeschlossen – DANKE an alle Unterstützerinnen und Unterstützer!

Die aus Sicht der Landeshauptstädter mit Abstand positivste Wendung des Abends fand abseits des Eises statt. Der Tag des ersten Heimspiels des Luchsrudels war ebenfalls der Stichtag unserer Spendenaktion für die neuen Trikots unserer Laufschulkinder, und wir können mit Stolz verkünden, dass wir es geschafft haben. Die notwendige Spendensumme wurde nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich übertroffen!

Dank dieser überwältigenden Unterstützung können wir bald auch unseren jüngsten Luchsen ihre langersehnten eigenen Trikots überreichen. Dank des sensationellen Zulaufs, den unsere Laufschule in den letzten Wochen erlebt hat, ist der Bedarf an Trikots zwar stark gestiegen, allerdings kann auch die mittlerweile gestiegene Summe dank der großartigen Unterstützung gestemmt werden. Das ist ein fantastisches Zeichen für die Zukunft unseres Vereins!

Ausblick

Am kommenden Wochenende hat das Team von Markus Kiefl gleich zwei mal die Gelegenheit, sich zu rehabilitieren. Am Freitag sind die Landeshauptstädter beim ESC Dorfen 1B zu Gast, ehe es am Sonntag nach Freising geht. Wir freuen uns auf eure Unterstützung in den Gästekurven!

Benjamin Dornow, 18. November 2025

Statistik

Münchner EK „Die Luchse“ – ESV Dachau Woodpeckers 1-4 (0-3, 0-1, 1-0)

15. November 2025, 19:30 Uhr

Eis- und Funsportzentrum West

Zuschauer: 97

Aufstellungen:

Münchner EK „Die Luchse“

Kaut, Weber – von Friderici, Stroppe, Jörg, Killinger (A), Höhn, Hnat, Axtner (C), Paramonov – Neudecker, Klopstock, Steinmetz, Günzel, Doubrawa, Vinnytskyi, Ziegelhöffer, Kovac, Deutzmann (A), Glattenbacher, Barth, Treichl

ESV Dachau Woodpeckers

Cesak, Götz – Rehak, Posselt, Bachmann, Schmidbauer, Grad – Kämpf, Rimann, Robert Gebhardt, Kronschnabl, Götz, Rick Gebhardt, Berndt, Guft-Sokolov, Kogler

Tore:

0-1 Kronschnabl (Rehak, 4:10)

0-2 Robert Gebhardt (Bachmann, Schmidbauer, 15:10/PP1)

0-3 Guft-Sokolov (Grad, Schmidbauer, 19:49/SH1)

0-4 Kronschnabl (Bachmann, 29:51)

1-4 Höhn (Axtner, Günzel, 56:58/PP1)

Strafminuten:

Münchner EK „Die Luchse“: 18+25 (Glattenbacher)

ESV Dachau Woodpeckers: 18+50 (Rimann, Berndt)