Wichtiger Arbeitssieg gegen Verfolger – Luchse halten den ESC Dorfen 1B auf Distanz
Die Münchner Luchse haben am vergangenen Freitag einen wichtigen Sieg errungen. Gegen den ESC Dorfen 1B erarbeiteten sich die Landeshauptstädter einen glanzlosen, aber ebenso wichtigen 3-1 (2-0, 0-1, 1-0) Heimerfolg.
Anfangsdrittel im Zeichen der Luchse
Nach drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen wollte das Luchsrudel am letzten Adventswochenende nochmal die volle Ausbeute mitnehmen und für einen positiven Jahresabschluss sorgen. Hierfür kehrten Marvin Kovac und Theodor Ziegelhöffer nach krankheitsbedingten Ausfällen in das Münchner Lineup zurück, Dmitrii Paramonov hingegen musste am Wochenende verletzungsbedingt aussetzen.
Nach zwei Wochenenden, an denen die Luchse nur drei Punkte aus vier Spielen holen konnten, war das Duell mit der Eispiraten-Reserve eminent wichtig. Zum einen wollten die Landeshauptstädter den Anschluss zum oberen Tabellenbereich wahren, und zum anderen galt es, die hinter dem MEK lauernden Dorfener auf Distanz zu halten. Entsprechend fokussiert starteten die Hausherren in die Begegnung. Die Luchse waren im ersten Abschnitt von der ersten bis zur letzten Minute die spielbestimmende Mannschaft, bissen sich jedoch in den Anfangsminuten noch die Zähne an der von Spielern der spielfreien Landesligamannschaft der Eispiraten verstärkten Dorfener Reserve aus.
In der 13. Minute belohnten sich die Münchner erstmals für ihre Mühen. Tobias Treichl setzte seinen Reihenpartner Maximilian Deutzmann in Szene, und der Kölsche Jung vollendete zum 1-0 für die Luchse. Damit war es jedoch für den ersten Abschnitt noch nicht genug, denn in der 18. Minute durften die Gastgeber erstmals an diesem Abend in Überzahl ran. Mit einem Mann mehr auf dem Eis bauten sie die Führung sofort aus, diesmal jedoch mit vertauschten Rollen. Max Deutzmann spielte vom linken Flügel aus einen optimalen Querpass auf Tobias Treichl, Tobi zog direkt ab, und die Scheibe schlug zum Pausenstand von 2-0 hinter dem Dorfener Goalie Andreas Marek ein.
Luchse verlieren zur Mitte des Spiels die Linie
Der zweite Abschnitt begann so, wie der Erste aufgehört hatte, nämlich mit voller MEK-Power in der Offensive. Die Luchse drückten weiter aufs Gaspedal und wollten die Führung möglichst schnell ausbauen. Auf dem Eis sah das Spiel der Luchse durchaus ansehnlich aus, allerdings betrieben die Münchner einen kaum zu glaubenden Chancenwucher. Großchancen wie beispielsweise ein Alleingang von Theodor Ziegelhöffer wurden liegen gelassen, und die Eispiraten konnten sich mit Müh und Not im Spiel halten. Ab der Mitte des Abschnitts sollte sich dieses Bild jedoch ändern.
In der 31. Minute begann das Spiel zu kippen. Alex van gen Hassend spielte die Scheibe tief, und aus Perspektive nahezu aller Personen im Stadion sah es auch so aus, als hätte der Münchner Routinier den Puck deutlich hinter der Mittellinie gespielt. Die Unparteiischen gaben dennoch ein Icing gegen den MEK, was zu einer Nachfrage von VGH führte, warum die Entscheidung so fiel, wie sie gefallen ist. Trotz des komplett normalen Konversationstonfalls wurde die Münchner #10 wegen Reklamierens auf die Strafbank geschickt. Einen Spieler für das Reklamieren auf die Strafbank zu schicken, ist selbstverständlich legitim, allerdings ließ diese Entscheidung in einem bis dato komplett fairen und unaufgeregten Spiel jegliches Fingerspitzengefühl vermissen ließ. Mit einem Mann mehr konnten die Eispiraten nun auch zeigen, was sie können. Die Gäste versuchten mit vielen sicheren Pässen, eine Lücke in der Münchner Defensive entstehen zu lassen. In der 33. Minute war es schließlich so weit. Nachdem Milan Blaha die Scheibe an die Blaue Linie zu Erik Walter spielte, war das Fenster für den Eispiraten-Verteidiger offen, und Walter zimmerte die Scheibe zum 2-1 Anschlusstreffer in den Winkel.
Nun waren die Gäste wieder im Spiel, und die Luchse agierten zunehmend verunsichert. Bis zum Pausenpfiff boten sich für die Eispiraten noch mehrere Gelegenheiten, das Spiel auszugleichen. Drei Minuten nach dem Anschlusstreffer wurde eine weitere kleinliche Strafe wegen Reklamierens gegen den MEK ausgesprochen, und zwei Minuten später wurde Michael Glattenbacher auf die Bank geschickt. Die Gäste erspielten sich in Überzahl gute Torabschlüsse, doch MEK-Goalie Jens Berger war auf dem Posten. Jens zeigte vor dem Pausenpfiff einige starke Paraden, und die Luchse konnten die 2-1 Führung in die Drittelpause mitnehmen.
Blitzstart und starker Penaltykill besiegeln den zweiten Heimsieg
Die Bilanz nach zwei Dritteln sah aus Sicht der Landeshauptstädter wie folgt aus – auf dreißig starke Minuten folgten zehn schwache Minuten, in denen man sich zu sehr von Elementen außerhalb der eigenen Kontrolle aus dem Spiel hat bringen lassen. Coach Markus Kiefl gab seinen Mannen in der Pause mit, sich wieder auf das eigene Spiel zu konzentrieren, und den Variablen außerhalb der eigenen Macht weniger Beachtung zu schenken. Dies funktionierte erstaunlich gut, wenn man bedenkt, dass es schon acht Sekunden nach Wiederanpfiff im Dorfener Tor klingelte. Max Deutzmann entschied das Bully für sich, und Clemens von Friderici schnappte sich die Scheibe und stürmte nach vorne. Kaum war er über der blauen Linie, zog der Verteidiger ab, und die Scheibe schlug unhaltbar zum 3-1 im Netz ein.
Der Traumstart in den letzten Abschnitt gab den Luchsen Sicherheit. Das zeigte sich auch auf dem Eis, denn die Münchner spielten wieder ihr geradliniges Offensiveishockey, mit dem sie die Fans beim letztwöchigen 15-3 Heimerfolg gegen Dingolfing 1B so verzückten. Auf den Führungstreffer folgte ein Überzahlspiel, in dem die Münchner zwar nicht nachlegen konnten, dafür jedoch den ein oder anderen gefährlichen Spielzug zeigten. Leider hielt die Freude nur gut sechs Minuten an. Als sich Kapitän Max Deutzmann in der 47. Minute nach einem misslungenen Einwurf zum Bully einen humoristischen Kommentar erlaubte, schickte ihn der Unparteiische für zwei Minuten auf die Strafbank – der vorläufige Höhepunkt einer extrem unsouveränen Spielleitung. Die Luchse überstanden auch dieses Unterzahlspiel, doch die größte Prüfung des Abends wartete noch auf die Gastgeber.
Nach dem finalen Seitenwechsel durften die Münchner in Überzahl ran, jedoch nicht für all zu lange. Stürmer Christian Steinmetz checkte einen Gegenspieler hinter dem Dorfener Tor in die Bande. Der Eispirat blieb liegen und blutete, sodass nur eine Entscheidung gefällt werden konnte, nämlich eine Fünf-Minuten-Strafe gegen Steini. Das Münchner Leichtgewicht ist mit Sicherheit nicht mit böser Verletzungsabsicht in den Check gegangen, doch das Regelbuch ließ den Refs in diesem Fall keine andere Wahl. Nach Ablauf der verbleibenden Strafzeit gegen die Gäste bedeutete dies vier Minuten Überzahl für Dorfen, und in dieser Phase wurde es nochmal brandgefährlich. Die Luchse verteidigten nun mit Mann und Maus und warfen sich in jeden Schuss. Schaffte es doch mal ein Eispirat, frei vor dem Münchner Tor zum Abschluss zu kommen, war Jens Berger zur Stelle. So arbeiteten die Landeshauptstädter Sekunde für Sekunde von der Uhr, bis die große Strafe ohne Gegentreffer überstanden wurde, und auch die verbleibenden eineinhalb Minuten konnten souverän heruntergespielt werden. Das Ergebnis, ein torarmes 3-1, entsprach dem Spielverlauf – ein unspektakulärer Arbeitssieg, der jedoch genau dieselben drei Punkte gibt wie ein Schützenfest.
Luchse zeigen Teamgeist in Sechs-Punkte-Spiel
Nach den punktarmen Vorwochen war ein Sieg im Match gegen die Eispiraten-Reserve eminent wichtig. Sowohl, um den Anschluss zum oberen Tabellenbereich zu halten, als auch, um die Verfolgermannschaften wie die Dorfener 1B auf Distanz zu halten. Entsprechend fokussiert gingen die Luchse zu Werke und zeigten, wozu sie mit mannschaftsdienlichem Eishockey in der Lage sind. Als das Geschehen auf dem Eis ab der Mitte des Spiels zerfahrener wurde und Strafzeiten das Spiel prägten, rückten die Landeshauptstädter nochmal enger zusammen und kämpften Minute für Minute, Sekunde für Sekunde von der Uhr des Münchner Weststadions. In Sechs-Punkte-Spielen wie diesen zeigt sich der Charakter von Mannschaften, und das Luchsrudel hat diesen Test mit Bestnote bestanden. Diesen Spirit gilt es nun in die verbleibenden sieben Saisonspiele, von denen fünf im eigenen Stadion stattfinden, mitzunehmen, um ein positives Saisonergebnis zu manifestieren.
Ausblick
Nach den Feiertagen und dem Jahreswechsel ist das Luchsrudel erst wieder am 11. Januar im Einsatz. An diesem Tag sind die Landeshauptstädter beim ESV Gebensbach zu Gast.
Benjamin Dornow, 25. Dezember 2025
Statistik MEK vs Dorfen 1B
Münchner EK „Die Luchse“ – ESC Dorfen 1B 3-1 (2-0, 0-1, 1-0)
19. Dezember 2025, 19:30 Uhr
Eis- und Funsportzentrum West
Zuschauer: 62
Aufstellungen:
Münchner EK „Die Luchse“
Berger, Kumerics – von Friderici, Stroppe, van gen Hassend, Jörg, Killinger (A), Hnat – Gagne, Klopstock (A), Steinmetz, Günzel, Vinnytskyi, Ziegelhöffer, Kovac, Deutzmann (C), Glattenbacher, Steer, Barth, Treichl
ESC Dorfen 1B
A. Marek, S. Marek – P. Lönnig, F. Steierer, Rappolder, Numberger, D. Steierer, Walter – Wiedenhofer, Blaha, Weiskopf, Steiner, C. Lönnig, Weinert, Brugger, Baumgartner, Geisberger
Tore:
1-0 Deutzmann (Treichl, 12:32)
2-0 Treichl (Deutzmann, von Friderici, 17:32/PP1)
2-1 Walter (Blaha, Steiner, 32:12/PP1)
3-1 von Friderici (Deutzmann, 40:09)
Strafminuten:
Münchner EK „Die Luchse“: 14+5
ESC Dorfen 1B: 8
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