Torfestival und Tabellensprung am letzten Spieltag – Luchse schließen die Eiszeit nach Kantersieg in Dingolfing als Fünfter ab
Für die Erste des Münchner EK gab es zum Saisonende nochmal etwas zu feiern. Zum einen holte das Luchsrudel einen 3-9 (1-2, 1-5, 1-2) Kantersieg beim EV Dingolfing 1B, und zum anderen zogen die Landeshauptstädter im letzten Moment am ESV Dachau vorbei und beenden die Saison auf dem fünften Tabellenplatz.
Führung trotz verhaltenem Start
Die Landeshauptstädter haben sich voller Optimismus auf den Weg nach Dingolfing gemacht. MEK-Coach Markus Kiefl musste mit Dmitrii Paramonov, Michael Glattenbacher, Alex van gen Hassend und Lukas Doubrawa zwar wieder auf viel Qualität verzichten, doch auch mit den Ausfällen war die Ausgangslage vorm letzten Punktspiel klar. Die sechstplatzierten Luchse waren der glasklare Favorit bei der Dingolfinger Reserve, die bis dato lediglich sieben Punkte holen konnte. Auf dem Eis sah die Geschichte anfangs jedoch etwas anders aus. Die Gastgeber wollten ihr letztes Heimspiel der Saison unbedingt erfolgreich gestalten und starteten entsprechend kämpferisch in die Begegnung. Den Isarratten gelang es mit ihrem kämpferischen Auftritt, den Luchsen in der Anfangsphase den Schneid abzukaufen, und kurz sah es so aus, als könnte ihnen die Überraschung am letzten Spieltag gelingen. In der sechsten Minute trugen die Dingolfinger einen sehenswerten Angriff vor, den Anton Laubhan mit einer gnadenlosen Direktabnahme vollendete. Der Tabellenvorletzte setzte den ersten Stich, und das zu diesem Zeitpunkt hochverdient.
Auch im Anschluss taten sich die Luchse schwer. Zwar gelang es den Münchner immer wieder, das Spielfeld schnell zu überbrücken, und die qualitativen Unterschiede wurden schnell erkennbar. Im Angriffsdrittel angekommen, agierten die Gäste jedoch oft zu zögerlich und mit zu wenig Zug zum Tor. Dass es sich durchaus lohnt, Scheiben auf das gegnerische Gehäuse zu bringen, bewahrheitete sich in der 12. Minute. Die zweite Münchner Reihe brachte einen Schuss auf EVD-Goalie Christian Zedelmaier, den er nur prallen lassen konnte. MEK-Stürmer Moritz Barth setzte energisch nach und drückte den Rebound zum 1-1 Ausgleich über die Torlinie. Nun hatten die Luchse etwas Oberwasser, und mit dem Selbstbewusstsein des ersten Treffers im Rücken gelang noch vor der Drittelsirene der zweite Streich. Theodor Ziegelhöffer schickte Yehor Vinnytskyi auf die Reise, der ukrainische Goalgetter entwischte seinen Bewachern und netzte die Scheibe hoch zur ersten Führung des Abends für den MEK ein. Somit gingen die Münchner trotz eines eher mäßigen Starts mit einer knappen Führung in die erste Pause.
Luchse ziehen im Mittelabschnitt davon
Das zweite Drittel begann mit einem Überzahlspiel der Luchse, und die Gäste verloren keine Zeit, um sämtliche Hoffnungen der Gastgeber auf Punkte im Keim zu ersticken. Im Powerplay lief die Scheibe sehenswert durch die eigenen Reihen, bis sie schließlich bei Theodor Ziegelhöffer landete. Der flinke Stürmer netzte zum 1-3 ein und setzte den Startschuss für ein offensiv fulminantes Drittel. In der 27. Minute kamen die Landeshauptstädter erneut gefährlich vor das gegnerische Tor und scheiterten noch im ersten Versuch, doch MEK-Stürmer Sascha Günzel nahm den Rebound auf und schoss zum 1-4 ein. Nach drei Jahren Pause vom Ligenspielbetrieb zeigte das Münchner Kindl in diesem Winter trotz einer verletzungsbedingt verpassten Vorbereitung, dass er das Eishockeyspielen definitiv nicht verlernt hatte, und belohnte sich mit dem Game Winning Goal für eine starke Performance als Lenker der dritten Reihe in Dingolfing. Mit Saschas Treffer war es jedoch noch lange nicht vorbei. Gerade mal eine Minute später machte sich Verteidiger Henri Höhn vom eigenen Drittel aus auf die Reise, überlief die komplette gegnerische Hintermannschaft und verlud Zedelmaier im Dingolfinger Tor mit einem unwiderstehlichen Fake. 1-5 nach 29 Minuten, eine dominante Vorstellung der Landeshauptstädter – alle Zeichen standen auf Sieg im letzten Punktspiel.
Zum Bergfest gab es schon reichlich Action, doch auch in den verbleibenden zehn Minuten des Mittelabschnitts wurde den Zuschauern in der Marco-Sturm-Eishalle, etwa zwanzig davon aus der Landeshauptstadt, etwas geboten. In der 33. Minute machten die Luchse zunächst das halbe Dutzend voll. Wieder war die erste Reihe der Luchse, die ihre Gegner an diesem Abend an die Wand spielte, erfolgreich. Simon Klopstock, Theodor Ziegelhöffer und Yehor Vinnytskyi ließen die Scheibe sehenswert mit Direktpässen untereinander rotieren, bis Yehor per Direktschuss sehenswert zum 1-6 vollendete. Vielleicht waren die MEKler zu lange mit dem Bejubeln des sechsten Tores beschäftigt, denn nur sieben Sekunden später erzielten die Gastgeber den Anschlusstreffer. Vom Bully weg spielten die Isarratten die Scheibe nach vorne, übertölpelten die Münchner Hintermannschaft, und am Ende war es Jakob Römmelt, der zum 2-6 einschoss. Lange hielt der neue alte Abstand jedoch nicht, denn mit der nächsten Shift der ersten Münchner Reihe klingelte es wieder im Kasten der Ratten. Es war einmal mehr die exakt gleiche Kombination, die für den MEK erfolgreich war. Theodor Ziegelhöffer und Simon Klopstock lieferten die Vorlagen, und Yehor Vinnytskyi vollendete. Der zweite Dreierpack des Ukrainers sorgte für Jubel bei den Gästen und für den späteren Pausenstand von 2-7.
MEK bringt Spiel kontrolliert über die Ziellinie
Auch aufgrund der klaren Ausgangslage war zu Beginn des letzten Abschnitts ein wenig die Luft raus. Aus der spielerischen Tristesse heraus kamen die Gastgeber zu ihrem dritten Treffer des Abends. Die Luchse waren zum Drittelstart zu weit weg von ihren Gegnern, und Bastian Sickinger nutzte diesen Umstand aus, um das 3-7 zu erzielen. Bei den Gastgebern loderte das Feuer nun nochmal ein wenig auf, doch die Münchner legten unverzüglich die Löschdecke über die Glut. In der 46. Minute kam die an diesem Abend stark aufgelegte dritte Münchner Reihe zu ihrem zweiten Treffer. Andreas Steer wollte eine Scheibe aufs Tor bringen, blieb jedoch an einem Gegenspieler hängen. Von diesem prallte die Scheibe zu Dominik Hnat, und der normalerweise eher mit Defensivaufgaben beschäftigte Abwehrspieler nagelte die Scheibe mit einem zielsicheren Schlagschuss unter die Latte. Das 3-8 nicht nur Domis vierter Saisontreffer, sondern auch die Schleife auf seinem bislang wohl stärksten Winter im Luchsfell. Zwei Minuten später schlug erneut Theodor Ziegelhöffer zu und stellte mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 3-9. Theo spielte eine hervorragende zweite Saisonhälfte und machte am letzten Spieltag mit zwei Treffern und vier Vorlagen sein persönliches halbes Dutzend voll.
Die Luchse hätten im Anschluss durchaus noch die Gelegenheit gehabt, das Ergebnis zweistellig zu gestalten. Yehor Vinnytskyi hatte noch weitere Gelegenheiten im Alleingang, allerdings war der mittlerweile eingewechselte Michael Reithmeier im Dingolfinger Tor spektakulär zur Stelle und verhinderte den bereits sicher geglaubten zehnten Treffer. Auch Sascha Günzel hätte genug Gelegenheiten gehabt, sich nochmal auf der Torschützenliste einzutragen. Selbiges gilt für Simon Klopstock, der dafür jedoch mit vier Assists als Vorbereiter glänzte. Beide Teams durften in den Schlussminuten noch das ein oder andere Mal ihre Überzahlformationen aufs Eis schicken, allerdings konnten beide Goalies ihre Kisten für die verbleibenden Minuten sauber halten. So lief die Zeit von der Uhr, und die Luchse konnten die Saison 2025/26 mit einem absolut ungefährdeten Sieg abschließen.
Versöhnlicher Saisonabschluss durch Kantersieg und Tabellensprung
Wer die Luchse am Samstag nach Dingolfing begleitet hat, bekam einmal mehr eine Verwirklichung des Potentials des Luchsrudels zu sehen. Die Münchner stellten ihre enormen Offensivfähigkeiten unter Beweis und erspielten sich einige enorm sehenswerte Treffer. Diese Seite des Spielfelds ist in der Saison 2025/26 sowieso als absoluter Erfolg anzusehen. Mit 95 Treffern stellten die Münchner die viertbeste Offensive ihrer Gruppe und erzielten so viele Tore wie seit elf Jahren nicht mehr. Leider konnte die Defensivleistung das ganze Jahr über nicht mit der Performance im Sturm mithalten, und die Münchner beendeten das Jahr mit der fünftschlechtesten Defensive. Ein tiefer Fall, nachdem sich die Luchse im vorhergehenden Winter vor allem dank ihrer kompromisslosen Abwehrarbeit zur besten Hintermannschaft der Bezirksliga Süd mausern und für die Bezirksliga-Playoffs qualifizieren konnten.
Dennoch endete die Saison 2025/26 nicht nur aufgrund des klaren Abschlusssieges versöhnlich. Einen Abend später fand in Dachau das letzte Punktspiel der Bezirksliga Mitte statt. Dort mussten sich die Spechte ohne ihre Leistungsträger Robert Gebhardt und Wassilij Guft-Sokolov, die für die Bayernliga-Abstiegsrunde zurück zum EC Pfaffenhofen gewechselt sind, dem ESC Dorfen 1B geschlagen geben. Somit konnten die Spechte ihren Zwei-Punkte-Vorsprung auf den MEK nicht über das letzte Wochenende retten, und das Luchsrudel rangiert am Ende der Saison 2025/26 nun immerhin auf dem fünften Tabellenplatz. Ein versöhnliches Ende einer Saison, in der mit Sicherheit mehr drin gewesen wäre, die insgesamt aber dennoch einen großen Schritt nach vorne für den Münchner Eishockeyklub darstellte.
Ausblick
Für die Erste Mannschaft des Münchner Eishockeyklub geht es nun in die Sommerpause. Wir bedanken uns herzlich bei unseren Sponsoren und Partnern, bei unseren Ehrenamtlichen, bei Headcoach Markus Kiefl, bei unserer Mannschaft und natürlich bei unseren Fans für die unglaublich leidenschaftliche Unterstützung in der Saison 2025/26! Wir freuen uns jetzt schon auf unser Wiedersehen im September, wenn wir wieder gemeinsam auf Puckjagd gehen!
Benjamin Dornow, 16. Februar 2026
Statistik
EV Dingolfing 1B – Münchner EK „Die Luchse“ 3-9 (1-2, 1-5, 1-2)
14. Februar 2026, 17:15 Uhr
Marco Sturm Eishalle Dingolfing
Zuschauer: 42
Aufstellungen:
EV Dingolfing 1B
C. Zedelmaier, Reithmeier – M. Zedelmeier, Dünzl (A), Frischmann, Monzel, Hammerl, Ohr – Schindlbeck, Binder, Laubhan, Karg (C), Sickinger, Hauptner, Kunstmann, Sperling, Braun, Römmelt, Doll, Hainz (A)
Münchner EK „Die Luchse“
Weber, Kumerics – von Friderici, Stroppe, Jörg, Killinger (A), Höhn, Hnat, Axtner (C) – Klopstock, Steinmetz, Günzel, Vinnytskyi, Ziegelhöffer, Deutzmann (A), Steer, Mauch, Senghas, Barth
Tore:
1-0 Laubhan (Karg, Hammerl, 5:42)
1-1 Barth (Stroppe, Deutzmann, 11:48)
1-2 Vinnytskyi (Ziegelhöffer, Weber, 16:59)
1-3 Ziegelhöffer (Klopstock, Jörg, 21:00/PP1)
1-4 Günzel (Ziegelhöffer, Steer, 26:54)
1-5 Höhn (Stroppe, Jörg, 28:02)
1-6 Vinnytskyi (Ziegelhöffer, Klopstock, 32:04)
2-6 Römmelt (Sickinger, Schindlbeck, 32:11)
2-7 Vinnytskyi (Ziegelhöffer, Klopstock, 33:42)
3-7 Sickinger (Römmelt, Reithmeier, 43:37)
3-8 Hnat (Steer, 45:55)
3-9 Ziegelhöffer (Vinnytskyi, Klopstock, 47:48)
Strafminuten:
EV Dingolfing 1B: 16
Münchner EK „Die Luchse“: 12
Bilder














