Erster Punktgewinn ist nur ein geringer Trost – Luchsen entgleitet das Spiel beim EV Aich in der Schlussphase
Die Münchner Luchse warten weiter auf ihren ersten Sieg der Bezirksliga-Hauptrunde 2025/26. Beim EV Aich sah lange alles nach einem Erfolg für den MEK aus, allerdings ließen sich die Landeshauptstädter in den Schlussmomenten des Spiels die Butter vom Brot nehmen und mussten sich mit 4-3 (1-1, 1-2, 1-0, 1-0) nach Penaltyschiessen geschlagen geben.
Später Ausgleich trübt überlegenen ersten Abschnitt
Vor Anpfiff gab es bereits die ersten guten Nachrichten für das Luchsrudel. Kapitän Leon Axtner wird noch diesen Monat und damit deutlich schneller als anfänglich befürchtet in das Münchner Lineup zurückkehren, und Dmitrii Paramonov erhielt schon für das Spiel am Freitag grünes Licht. Somit wird Coach Markus Kiefl noch im Laufe dieses Monats wieder auf mindestens acht Verteidiger zurückgreifen können. Auch sportlich starteten die Luchse positiv in die Begegnung mit dem EVA. Die Landeshauptstädter starteten mit viel Dampf in das Spiel und erzielten früh den ersten Treffer der Begegnung. Maximilian Deutzmann setzte Luis Stroppe in der vierten Minute mit einem harten Querpass in Szene, das Münchner Kindl hielt seinen Schläger in den Pass hinein und fälschte die Scheibe somit unhaltbar für Carlo Schwarz zum 0-1 ab. Auch nach dem Führungstreffer blieben die Luchse am Drücker, verpassten es jedoch, in einem Drittel mit einem Schussverhältnis von 17 zu 6 ihren Vorsprung auszubauen. Und wie so oft im Sport wurde die Mannschaft, die ihre Chancen vorne nicht nutzt, hinten bestraft. Kurz vor der ersten Pause konnten sich die Luchse nur auf Kosten eines Icings befreien. Das darauffolgende Bully ging an den EVA, die Scheibe kam zu Alexander Braun, und der Veteran zog direkt aus dem Gewühle nach dem Bully ab. MEK-Goalie Jens Berger konnte die Scheibe nicht optimal sehen und musste 40 Sekunden vor der Drittelpause erstmals hinter sich greifen.
Luchse kommen zurück, erkämpfen Führung
Zu Beginn des zweiten Abschnitts konnten die Gastgeber den Schwung vom späten Ausgleichstreffer mitnehmen. Die Aicher Veteranen zeigten, warum sie auch in dieser Saison zu den Playoff-Kandidaten gehören, und setzten den ersten Stich des Mittelabschnitts. Kapitän Max Retzer netzte in der 27. Minute ein und sorgte für die erste Führung des Abends für den EVA. Nur drei Minuten später hatten die Luchse jedoch die richtige Antwort. Sascha Günzel schickte Yehor Vinnytskyi auf die Reise, der flatternde Puck fand mit etwas Glück den Weg auf die Kelle des Ukrainers, und der Münchner Topscorer netzte mit einem sehenswerten Handgelenkschuss von kurz hinter der blauen Linie zum Ausgleich ein. Nun entwickelte sich ein spannendes, sehenswertes Spiel, und diesmal waren es die Landeshauptstädter, die einen späten Treffer erzielten. Zweieinhalb Minuten vor der Pause zog Luca Neudecker hinter das gegnerische Tor und bediente Marvin Kovac vor dem Tor. Die Aicher Verteidigung war beschäftigter damit, den Neuluchs in die Bande zu drücken, als den Slot zu verteidigen, sodass Marvin ungestört zum 2-3 einnetzen konnte. Vorteil Luchse vor dem letzten Abschnitt.
Individuelle Fehler kosten Luchse den Sieg
Zwanzig Minuten trennten die Luchse noch von ihrem ersten Saisonsieg, und entsprechend kämpferisch war der letzte Abschnitt geprägt. Die Landeshauptstädter warfen alles in die Waagschale und zeigten dennoch sehenswertes Offensiveishockey. Als einziger Kritikpunkt des Offensivspiels kann genannt werden, dass die Münchner noch zu ineffizient und nicht zwingend genug agieren. In der Defensive hingegen zeigten sie den Zusammenhalt und den Kampf, durch den sie in der Vorsaison so erfolgreich waren. Etwa fünf Minuten nach Wiederanpfiff verlor Goalie Jens Berger kurz die Übersicht bei einem kleinen Ausflug vor dem Tor, doch seine Vorderleute warfen sich in den Torraum und verhinderten mit Kampf und Herz den Ausgleichstreffer. Kurz darauf waren die Luchse im Glück, als die Gastgeber mit einem Schuss nur den Pfosten trafen. Die Aicher reklamierten, dass die Scheibe von der Innenseite des Pfostens zurück ins Spielfeld sprang, doch die Pfeife der Referees blieb stumm. Fünf Minuten vor Ende kam schließlich der Kipppunkt des Spiels. Die Luchse unterstanden ein Unterzahlspiel mit Bravour. Besonders Theodor Ziegelhöffer tat alles menschenmögliche, um keinen Schuss der Gastgeber zuzulassen. Der flinke Stürmer hechtete sich in Schüsse und Pässe, klärte die Scheibe mehrfach und war ein Garant dafür, dass die Unterzahlquote der Luchse weiter bei 100% steht. Leider leisteten sich die Münchner kurz darauf einen entscheidenden Fauxpas. Nach Ablauf der Strafe standen die Gäste viel zu offensiv, die Gastgeber konnten das Spielfeld mit einem Pass komplett überbrücken, und Alexander Asen lief alleine auf das Tor von Jens Berger zu. Der Veteran spielte Jens Berger im Münchner Tor aus und sorgte in der 58. Minute für den nicht ganz unverdienten, aber in einem Drittel mit 3-11 Torschüssen aus Sicht der Gastgeber doch etwas schmeichelhaften Ausgleichstreffer.
Im Anschluss hatten die Luchse in Person von Michael Glattenbacher nochmal die große Chance, wieder in Führung zu gehen, doch Carlo Schwarz entschärfte auch diesen Versuch. Somit ging es nach sechzig Minuten in das alles entscheidende Penaltyschiessen, und dort legte der EVA vor. Alexander Braun erzielte den ersten Treffer, während Lukas Doubrawa an Carlo Schwarz scheiterte. Den zweiten Versuch der Gastgeber konnte Jens Berger entschärfen, doch Yehor Vinnytskyi konnte die Gelegenheit zum Ausgleich nicht nutzen. Nun war Max Retzer an der Reihe, und der Aicher Kapitän versenkte seinen Versuch souverän und setzte den Deckel auf den 4-3 Sieg für seine Mannschaft. Die Luchse konnten somit zwar ihren ersten Punkt mitnehmen, doch so richtig freuen wollte sich nach dem Spielverlauf mit dem späten Ausgleich und der nächsten Niederlage trotz drückender Überlegenheit niemand im Lager der Landeshauptstädter.
Schritt nach vorne wird durch vermeidbaren Punktverlust getrübt
Unter normalen Umständen würde ein Punkt beim EV Aich zweifelsohne als Punktgewinn angesehen werden. Nach der dramatischen Schlussphase, in der die Luchse nach einem bravourös von der Uhr gekämpften Unterzahlspiel den in seiner Entstehung durchaus vermeidbaren Ausgleichstreffer hinnehmen mussten, wirkt erste Punkt der Saison leider nur wie ein schwacher Trost. Dennoch sollte aus der Moosburger Clariant-Arena auch mitgenommen werden, dass die Leistung ein Schritt nach vorne war. Die Münchner erspielten sich mehr Chancen als ihre Gegner, erzielten sehenswerte Tore und hatten bis zum Abpfiff jede Gelegenheit, bei einer starken Mannschaft drei Punkte mitzunehmen. Nun ist es wichtig, nicht in eine Negativspirale zu rutschen, sondern das Positive mitzunehmen und an den negativen Punkten im Training zu arbeiten – die nächste Herausforderung wartet nämlich bereits in wenigen Tagen.
Ausblick
Am kommenden Wochenende heißt es Derbytime für das Luchsrudel. Die Landeshauptstädter sind am Sonntag beim ESV Dachau zu Gast. Wir freuen uns auf eure Unterstützung!
Benjamin Dornow, 04. November 2025
Statistik
EV Aich – Münchner EK „Die Luchse“ 4-3 (1-1, 1-2, 1-0, 1-0) SO
31. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Clariant-Arena Moosburg
Zuschauer: 35
Aufstellungen:
EV Aich
Schwarz, Probst – Assig, Obermeier, Hellauer, Asen, Urzinger, Schatzl – Gabler, Koller (A), Heiles, Böck, Triebswetter, Maier (A), Braun, Retzer (C), Fink, Herpich
Münchner EK „Die Luchse“
Berger, Kaut – Stroppe, Jörg (A), Steinmetz, Killinger (A), Höhn, Hnat, Paramonov – Neudecker, Günzel, Doubrawa, Vinnytskyi, Ziegelhöffer, Kovac, Deutzmann (C), Glattenbacher, Mauch, Barth, Treichl
Tore:
0-1 Stroppe (Deutzmann, 3:38)
1-1 Braun (Asen, 19:20)
2-1 Retzer (Obermeier, 26:19)
2-2 Vinnytskyi (Günzel, Doubrawa, 29:36)
2-3 Kovac (Neudecker, 37:33)
3-3 Asen (Retzer, 57:27)
4-3 Retzer (60:00/Penaltyschiessen)
Strafminuten:
EV Aich: 4
Münchner EK „Die Luchse“: 8
Bilder
















