Im Derby platzt der Knoten – Luchse holen sich in Dachau die ersten drei Punkte der Saison
Nach zwei bitteren Niederlagen konnte das Luchsrudel am Sonntagabend endlich feiern. Im Derby beim ESV Dachau kämpfte sich das Team von Markus Kiefl von einem frühen Rückstand zurück, hielt der Schlussoffensive der Gastgeber stand und sicherte sich mit einem 4-5 (2-1, 0-3, 2-1) Erfolg den ersten Derbysieg in Dachau seit fünfeinhalb Jahren!
Luchse trotzen Blitzstart der Spechte
Trotz des ergebnistechnisch mageren Saisonstarts und nur einem Training in der Herbstferienwoche gab es vor dem Spiel gute Nachrichten für das Luchsrudel. Neben Simon Klopstock (Verletzung) und Clemens von Friderici (Sperre) kehrte auch Leon Axtner für das Derby bei den Spechten in das Lineup der Landeshauptstädter zurück. Der Münchner Kapitän war deutlich früher als befürchtet von seiner Verletzung genesen, sodass Coach Markus Kiefl erstmals vier volle Reihen zu seiner Verfügung hatte. Der Münchner Trainer nutzte den vollen Kader zudem, um ein wenig an den Stellschrauben zu drehen und die bisherigen Reihen minimal umzustellen.
Das Spiel begann weniger positiv für die Münchner. Die Spechte kamen mit viel Dampf aus der Kabine und gingen mit dem ersten Torschuss in Führung. In der zweiten Minute zog Verteidiger Dominik Posselt aus dem hohen Slot ab, und der Schuss konnte vom Münchner Abwehrverbund zwar schräg nach oben geblockt werden, allerdings konnten weder Hintermannschaft noch Goalie Tamino Kaut die springende Scheibe sichern. So hüpfte die Scheibe zum frühen 1-0 für die Gastgeber über die Linie. In der siebten Minute kam es noch dicker für die Münchner. Bayernligaveteran Robert Gebhardt betrat das gegnerische Drittel und zog von der blauen Linie aus einfach mal ab. Der flache Handgelenkschuss schlug humorlos im Winkel ein, und die mitgereisten Münchner Fans fürchteten schon eine Fortsetzung der aktuellen Niederlagenserie.
Glücklicherweise hatten die Luchse andere Pläne. Die Landeshauptstädter steckten trotz der frühen Rückschläge nicht auf und machten allen klar, dass auch sie dieses Derby unbedingt gewinnen wollten. In ihrem ersten Überzahlspiel des Abends erarbeiteten sie sich bereits die ein oder andere gute Gelegenheit, doch der Pfosten verhinderte das erste Powerplaytor der Saison für den MEK. In der 12. Minute war es dann endlich so weit. Stürmer Michael Glattenbacher gab eine Scheibe im gegnerischen Drittel nicht auf, setzte sich gegen mehrere Verteidiger durch und markierte aus spitzem Winkel den Anschlusstreffer. Ein Tor des Willens für die Kampfsau aus dem Oberland, und ein wichtiges Zeichen für Mannschaft und Fans – wir geben uns nicht auf.
MEK marschiert im Mittelabschnitt
Im zweiten Abschnitt waren es die Luchse, die wie die Feuerwehr loslegten, und den kompletten Abschnitt lang den Fuß nicht mehr vom Gas nahmen. Als Maximilian Kronschnabl drei Minuten nach Wiederanpfiff auf der Strafbank Platz nehmen durfte, zeigten die Luchse erneut ein starkes Überzahlspiel, das diesmal von Erfolg gekrönt wurde. Luis Stroppe brachte die Scheibe von der blauen Linie aus einfach mal aufs Tor, Clemens von Friderici hielt vor dem Tor seinen Schläger rein, und die Scheibe landete zum Ausgleich hinter der Linie. Für Clemens war es das erste Punktspieltor im Münchner Trikot, und das hat er sich nach zwei starken Jahren im Luchsrudel wahrlich verdient. Die Luchse blieben am Drücker und hatten einige Gelegenheiten, sich die erste Führung des Abends zu erspielen. Theodor Ziegelhöffer und Sascha Günzel fuhren einen schönen Zwei-auf-Eins-Konter, allerdings scheiterte Theo knapp an ESV-Goalie Jannes Steurer. Kurz darauf fuhr Christian Steinmetz einen Alleingang, feuerte die Scheibe jedoch über die Latte. Vielleicht hat Steini noch eine kleine Adjustierung seines Visiers benötigt, und für diese sorgte dankenswerterweise der Gegner.
In der 35. Minute bekam die Münchner Nummer Dreizehn in einer an und für sich komplett harmlosen Situation nach einem Pfiff noch einen Schlag ins Gesicht. Die vierte Reihe blieb auf dem Eis, und der Münchner Veteran nahm die Situation sportlich. Maximilian Deutzmann entschied das Bully für sich, der Puck kam zu Steini, und der Stürmer versenkte die Scheibe eiskalt im Winkel zur verdienten 2-3 Führung. Nun marschierte der MEK, und einen Pfeil hatten die Landeshauptstädter noch im Köcher. Die stark aufspielende dritte Münchner Reihe produzierte den dritten Streich des Drittels. Luca Neudecker fing einen Querpass der Spechte mit seiner Hand ab und legte zu Marvin Kovac ab, Marvin spielte vom rechten Bullykreis aus einen schönen Querpass auf die Kelle von Michael Glattenbacher, und der Neuluchs ließ die Scheibe per Direktschuss sehenswert im Netz zappeln. Der vierte Münchner Treffer war die perfekte Krönung eines dominanten Mittelabschnitts, und die Luchse gingen erneut mit einer Führung in die letzten zwanzig Minuten.
Mit Herz und Leidenschaft Comebackversuch vereitelt
Letztes Drittel, ein starker Gegner, eine knappe Führung. Diese Situation könnte der ein oder anderen noch vom letztwöchigen Spiel beim EV Aich bekannt vorkommen, und in diesem Spiel schafften es die Landeshauptstädter nicht, ihren Vorsprung über die Zeit zu bekommen. Um sicherzustellen, dass es diese Woche anders laufen würde, nahm Goalgetter Yehor Vinnytskyi die Angelegenheit selbst in die Hand. Lukas Doubrawa und der ukrainische Stürmer liefen einen Konter, Lukas bediente Yehor, und letzterer erhöhte 39 Sekunden nach Wiederanpfiff auf 2-5. In den kommenden Minuten verteidigten die Luchse mit Herz und Leidenschaft, allerdings gab es nicht sonderlich viele gefährliche Situationen. Der aggressive Münchner Forecheck unterband das Dachauer Spiel schon im eigenen Drittel, sodass es bis zum letzten Seitenwechsel in der 50. Minute kaum Torchancen für die Gastgeber zu sehen gab. In den letzten zehn Minuten sollte sich dies jedoch nochmal ändern.
In der 54. Minute agierten die Luchse ein wenig zu offensiv. Die Luchse griffen etwas zu tief im gegnerischen Drittel an, die Dachauer Abwehr konnte das Mitteldrittel schnell überbrücken, und Robert Gebhardt schloss den Konter im eigenen Stadion erfolgreich ab. Nur noch 3-5, und nun witterten die Spechte Morgenluft. ESV-Coach Manuel Speth verkürzte auf zwei Reihen, und die bayernligaerfahrene Prunkreihe der Vorstädter machte nun regelmäßig Alarm im Münchner Drittel. Als Tobias Treichl in der 55. Minute auf die Strafbank wanderte, wurde es erstmals richtig gefährlich, doch glücklicherweise leistete sich Michael Schmidbauer ein Foulspiel in eigener Überzahl. Kaum waren die Luchse komplett, wanderte jedoch Luis Stroppe auf die Strafbank, und diesmal schlugen die Spechte zu. Robert Gebhardt legte im Powerplay ab zu Ota Rehak, und der tschechische Verteidiger ließ den Puck mit einem mächtigen Hammer im Netz einschlagen. Mit 107 Sekunden auf der Uhr gab es nur noch ein Mantra, nämlich 100% Defense und die Zeit von der Uhr spielen. Im Vergleich zur letzten Woche ließen sich die Münchner die Butter nun nicht mehr vom Brot nehmen. Die Landeshauptstädter warfen sich in jedem Schuss, spielten im Puckbesitz so viel Zeit wie möglich von der Uhr, gewannen wichtige Bullys und konnten sich in der Schlussminute noch zwei mal auf ihren Tamino Kaut verlassen. Der Münchner Goalie entschärfte die letzten Torschüsse der Gastgeber, und als Sascha Günzel das letzte Bully im eigenen Drittel drei Sekunden vor Abpfiff für sich entscheiden konnte, war die Messe endgültig gelesen, und die Luchse machten sich mit drei Punkten im Gepäck auf den Heimweg.
Perfekter Mix aus Kampf und Spiel beschert Luchsen den ersten Dreier
Nach zwei Spielen, in denen lange Gesichter das Kabinenbild nach Abpfiff bestimmten, konnten die Landeshauptstädter am Sonntag endlich den ersten Sieg einfahren. In Dachau zeigten die Luchse nicht nur die spielerischen Fortschritte, die sie schon die ganze Vorbereitung über sowie im zweiten Punktspiel beim EV Aich aufs Eis brachten, sondern machten mit einer kämpferisch vorbildlichen Leistung auch unmissverständlich klar, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Bestes Beispiel hierfür war die Schlussphase, in der die Münchner mehrfach mit einem Mann weniger verteidigen mussten und die finalen 90 Sekunden bravourös von der Uhr kämpften. Der Held der Schlussmomente war Tamino Kaut, der sich sowohl von den zwei frühen Gegentoren als auch von den zwei späten Treffern der Gastgeber nicht aus der Ruhe bringen ließ und den Sieg in den Schlussmomenten mit starken Saves festhalten konnte. Mit einem Erfolgserlebnis im Rücken lässt es sich befreiter aufspielen, und es bleibt nur zu hoffen, dass die Luchse diesen Schwung nun in die nächsten Wochen mitnehmen können.
Ausblick
Lange müssen die letzten Gegner der Landeshauptstädter nicht auf eine Gelegenheit zur Revanche warten. Am Samstag empfangen die Luchse die Spechte zum Rückspiel im Münchner Weststadion. Wir freuen uns jetzt schon auf eine stimmungsvolle Kulisse und auf eure Unterstützung!
Benjamin Dornow, 11. November 2025
Statistik
ESV Dachau Woodpeckers – Münchner EK „Die Luchse“ 4-5 (2-1, 0-3, 2-1)
09. November 2025, 19:30 Uhr
Städtische Kunsteisbahn Dachau
Zuschauer: 50
Aufstellungen:
ESV Dachau Woodpeckers
Steurer, Götz – Rimann, Posselt, Robert Gebhardt, Bachmann, Guft-Sokolov, Maraun – Kämpf, Braun, Rehak, Erber, Kronschnabl, Lenz, Rick Gebhardt, Schmidbauer, Grad, Kogler
Münchner EK „Die Luchse“
Kaut, Kumerics – von Friderici, Stroppe, Jörg, Killinger (A), Höhn, Hnat, Axtner (C), Paramonov – Neudecker, Klopstock, Steinmetz, Günzel, Doubrawa, Vinnytskyi, Ziegelhöffer, Kovac, Deutzmann (A), Glattenbacher, Barth, Treichl
Tore:
1-0 Posselt (Kogler, 1:34)
2-0 Robert Gebhardt (Bachmann, 6:10)
2-1 Glattenbacher (Kovac, 11:00)
2-2 von Friderici (Stroppe, Günzel, 23:38/PP1)
2-3 Steinmetz (Deutzmann, 34:15)
2-4 Glattenbacher (Kovac, Neudecker, 37:24)
2-5 Vinnytskyi (Doubrawa, Stroppe, 40:39)
3-5 Robert Gebhardt (Rehak, Schmidbauer, 53:45)
4-5 Rehak (Maraun, Robert Gebhardt, 58:13/PP1)
Strafminuten:
ESV Dachau Woodpeckers: 10
Münchner EK „Die Luchse“: 10
Bilder




