Torreiches Spiel zum Jahresauftakt geht an Gebensbach – Unterschied zu Spitzenteam macht sich in den wichtigen Momenten bemerkbar
Die Erste des Münchner EK startet mit einer Niederlage in das Kalenderjahr 2026. Beim ESV Gebensbach brachten die Landeshauptstädter bei der 9-5 (3-2, 1-1, 5-2) Niederlage eine beherzte Leistung aufs Eis, allerdings zeigte sich in entscheidenden Zeitpunkten einmal mehr, was die Münchner aktuell von einem Top-Team der Liga unterscheidet.
Wenig Rost trotz langer Pause
Bevor sich das Luchsrudel auf den Weg nach Dorfen machte, stand eine große Frage im Raum – wie würde sich die zweiwöchige Trainingspause auf das Spiel der Münchner auswirken? Während die Gäste einige trainingsfreie Tage hinter sich hatten, war für die Mannschaft des ESV Gebensbach das absolute Gegenteil der Fall. Für den Tabellenzweiten war das Heimspiel gegen den MEK das vierte Punktspiel in acht Tagen. Würden die Gastgeber den Schwung der drei zuvor gewonnenen Partien in das Sonntagsmatch mitnehmen und die Luchse schon früh in die Schranken weisen?
Dies war mitnichten der Fall. Das Team von Markus Kiefl, der zum ersten Mal seit sehr langer Zeit personell nahezu aus den Vollen schöpfen konnte, präsentierte sich spritzig und brachte die richtige EInstellung aufs Eis. Mit aggressivem Forecheck wurde den Hausherren das Spiel erschwert, und in der fünften Minute belohnten sich die Luchse erstmals für ihre Mühen. Simon Klopstock spielte einen Pass zu Andreas Steer, dieser legte in Richtung hoher Slot zu Dmitrii Paramonov ab, und der russische Verteidiger versenkte die Scheibe zum überraschenden, aber nicht unverdienten Führungstreffer für die Gäste. Anstatt den Schwung des Führungstreffers schwächten sich die Luchse jedoch in den nächsten Minuten selbst. Auf die erste Strafzeit des Abends gegen den MEK folgte eine weitere Strafe wegen Spielverzögerung, und wer die zweitbesten Offensive der Bezirksliga Mitte zu lange mit einem Mann mehr agieren lässt, wird nicht lange auf seine Bestrafung warten müssen. Ex-Luchs Florian Sonnengruber lochte in der zehnten Minute zum 1-1 ein und brachte damit auch seine Mannschaft erstmals auf das Scoreboard.
Nun waren auch die Gastgeber erwacht und zeigten, warum sie bis auf eine denkbar knappe Niederlage gegen den EHC Waldkraiburg 1B noch keinen einzigen Punkt abgegeben hatten. Gerade mal eine Minute war nach dem Ausgleich vergangen, und schon war das zweite Tor gefallen. Diesmal war es Landesliga-Rückkehrer Lukas Piller, der Jens Berger überwinden und sein Team in Führung bringen konnte. Die Luchse zeigten jedoch Resilienz, gaben sich nicht auf und kämpften sich zurück in die Begegnung. Sascha Günzel und Simon Klopstock stellten ihr blindes Verständnis in der 15. Minute einmal mehr unter Beweis. Sascha bedient Kloppo, Kloppo bringt die Scheibe aufs Tor, und Manuel Hammerlindl war zum zweiten Mal an diesem Abend überwunden. Leider fiel die gute Arbeit in der Offensive jedoch wieder einem Lapsus in der Defensive zum Opfer. Der lettische Goalgetter Matiss Pumpurs betrat das Münchner Drittel, und die Münchner Defensive nahm sich mit freundlichem Beschuss selbst aus dem Spiel. Ein Abwehrspieler screente den anderen, beide Luchse purzelten auf den Boden, und Pumpurs hatte alle Zeit der Welt, Jens Berger im Münchner Tor auszuschauen und rechtzeitig vor der Drittelpause wieder auf 3-2 zu stellen.
Kurioser Ausgleich und Jens in der Brandung halten Luchse im Spiel
Der Mittelabschnitt startete mit einem Überzahlspiel für die Luchse, und das Überzahlspiel der Luchse endete mit dem Treffer zum erneuten Ausgleich. Maximilian Deutzmann brachte einen Schuss auf das gegnerische Gehäuse, und eigentlich hatte die gegnerische Abwehr bereits die Chance, die Situation zu bereinigen. Leider machte die gegnerische Abwehr die Rechnung jedoch ohne Tobias Treichl. Ein Gebensbacher Abwehrspieler wollte die Scheibe aus dem eigenen Drittel prügeln, traf den Münchner Stürmer jedoch am Unterschenkel. Von dort prallte die Linie in die andere Richtung ab und landete hinter dem sichtlich irritierten ESV-Goalie Hammerlindl zum 3-3 Ausgleich im Tor.
Auf das erfolgreiche Powerplay folgten zwei weitere Überzahlspiele, in dem die Landeshauptstädter jedoch nicht mehr allzu gefährlich vor das Gebensbacher Tor kamen. Kurz vor Ablauf der zweiten Strafe erhielten die Hausherren einen Breakaway in Unterzahl, Leon Axtner konnte sein Gegenspieler nur noch per Foul stoppen, und so folgte ein Überzahlspiel für die Gemschbecker. In diesem wurde das Münchner Tor nur so mit Schüssen eingedeckt, doch viele geblockte Schüsse sowie starke Saves von Jens Berger vereitelten Chance um Chance. Eine Sekunde nach Ende des Unterzahlspiels war jedoch auch der stark aufspielende Münchner Goalie machtlos. Nachdem Florian Panthaler und Lukas Piller mit ihren Versuchen scheiterten, war Matiss Pumpurs im dritten Versuch endlich erfolgreich und brachte seine Farben in der 30. Minute wieder in Führung.
Die verbleibenden zehn Minuten des Mittelabschnitts standen komplett im Zeichen der offensivstarken Gastgeber. Der ESV ließ die Scheibe laufen und erspielte sich Chance um Chance, biss sich jedoch die Zähne an Jens Berger aus. Der Münchner Torwart war in dieser Phase der Fels in der Brandung für seine Mannschaft und brachte die gegnerischen Stürmer an den Rand der Verzweiflung, so wie beispielsweise kurz vor der Drittelpause Christian Göttlicher. Der langjährige Bayernliga-Kapitän wurde nach einem Puckverlust in der Münchner Hintermannschaft vollkommen freistehend direkt vor dem Tor angespielt, doch Jens konnte den One-Timer des mit allen Wassern gewaschenen Veterans entschärfen. Somit blieb es trotz eines massiven Chancenübergewichtes für die Gemschbecker bis zur zweiten Drittelpause bei dem knappen Spielstand von 4-3.
Zehn Minuten voller Action entscheiden das Spiel
Nur ein Tor trennte beide Mannschaften, und die Luchse witterten angesichts ihrer bislang starken Leistung Morgenluft. Leider sollte dieser wunderbare Duft recht schnell verstreuen, denn keine drei Minuten nach Wiederanpfiff erhöhten die Gastgeber auf 5-3. Lukas Piller netzte in Überzahl ein, und die eventuelle Überraschung rückte ein bisschen weiter in die Ferne. Als Matiss Pumpurs keine zwei Minuten später per Konter seinen Hattrick vollendete und das halbe Dutzend vollmachte, sah es so aus, als würden die Landeshauptstädter nun aus der Halle geschossen werden. Noch waren die Luchse jedoch nicht geschlagen, und das Team von Markus Kiefl kämpfte sich nochmal an die Gastgeber heran.
Zunächst durften die Gäste direkt nach dem sechsten Gegentreffer mit einem Mann mehr auf dem Eis agieren. Die Münchner spielten das Überzahlspiel geduldig aus und warteten auf die Lücke. Als sich diese schließlich bot, handelte Simon Klopstock schnell. Das Münchner Kindl bediente seinen für einen Moment vor dem Tor freistehenden Reihenpartner Sascha Günzel, und Sascha versenkte die Scheibe blitzschnell per Direktabnahme im Tor. Es war also noch nichts verloren, und keine zwei Minuten später war der alte Rückstand wiederhergestellt. Theodor Ziegelhöffer feuerte eine Scheibe auf das gegnerische Tor, Manuel Hammerlindl ließ nur prallen, und Lukas Doubrawa drückte den Rebound mit dem Rücken zum Tor über die Linie. Ein sehenswertes Tor für den Münchner Stürmer, der ein starkes Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause ablieferte.
Zum dritten Mal an diesem Abend hatten sich die Luchse wieder in Schlagweite ihrer Gegner gearbeitet, doch in der Schlussphase zeigte sich der Unterschied zwischen den Landeshauptstädtern und einem Spitzenteam der Bezirksliga Mitte. Gebensbach zog das Tempo wieder an, die Gäste waren zu weit von ihren Gegenspielern entfernt, und das Unheil nahm seinen Lauf. Innerhalb von weniger als drei Minuten wurde aus einer spannenden Begegnung ein bereits entschiedenes Match. Zunächst schnürte Patrik Samanski innerhalb kürzester Zeit einen Doppelpack und erhöhte auf 8-5. Für den Abschluss sorgte dann in der 52. Minute Florian Panthaler. Der Gebensbacher Dauerbrenner nagelte einen sehenswerten Handgelenkschuss von der blauen Linie in die Maschen und stellte somit auf 9-5 für die Gastgeber. In unter neun Minuten fielen sieben Tore – wer zum falschen Zeitpunkt auf der Toilette war, hat einiges verpasst. In den verbleibenden Minuten mühten sich die Luchse ab, schafften es jedoch nicht, das Spiel zum Ende hin nochmal spannend zu gestalten. Somit endete das Spiel mit 9-5, die Gastgeber nahmen verdiente drei Punkte mit, und die Luchse gingen einmal mehr trotz einer couragierten Leistung leer aus.
Zu viele kleine Fehler treffen auf die stets richtige Antwort
Einmal mehr erzielten die Luchse auswärts bei einem Top-Team der Liga viele Tore, und doch war es nicht genug, um Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Eines vorweg, der Kampf und die Einstellung konnte den Landeshauptstädtern an diesem Abend keinesfalls abgesprochen werden. Jeder Luchs kämpfte für seine Mitspieler, warf sich in Schüsse und versuchte alles, um erfolgreich in das neue Kalenderjahr zu starten. Eher entscheidend waren zu viele unnötige Fehler zu ungünstigen Zeitpunkten, die von den Gastgebern nahezu ausnahmslos eiskalt ausgenutzt wurden. Nahezu jede vermeidbare Strafzeit, jede Fehlkommunikation in der Defensive und jede falsche Entscheidung vor dem gegnerischen Tor wurde von den Gemschbeckern dankend angenommen und führten in bedrückender Häufigkeit zu Gegentreffern. Die Gastgeber machten zweifelsohne das meiste aus ihren Chancen und waren stets zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle, während sich die Landeshauptstädter zu oft um den Lohn für ihre Arbeit brachten. Die Luchse haben unter der Woche mehrere Gelegenheiten, im Training an diesen Baustellen zu arbeiten, ehe das letzte Saisonviertel beginnt.
Ausblick
Nun gilt es, nach vorne zu schauen. Fünf der sechs verbleibenden Punktspiele der Saison 2025/26 finden im Eis- und Funsportzentrum West statt, und die Punkte in diesen Begegnungen sollen auch dortbleiben. Den Anfang machen am kommenden Wochenende die Begegnungen mit dem EC Pfaffenhofen 1B (Fr. 16.01., 19:30 Uhr) und dem EV Aich (So. 18.01., 13:30 Uhr), bei denen sich das Luchsrudel über zahlreiche Unterstützung freuen würde.
Benjamin Dornow, 13. Januar 2026
Statistik
ESV Gebensbach – Münchner EK „Die Luchse“ 9-5 (3-2, 1-1, 5-2)
11. Januar 2026, 17:15 Uhr
Dr. Rudolf Stadion
Zuschauer: 97
Aufstellungen:
ESV Gebensbach
Hammerlindl, Fischer – Radouch, Kerscher, Mayer, Huber, Beham, Dost, Albrecht, Löscher – Göttlicher, Neumayr, Samanski, Krzizok, Müller, Panthaler, Weindl, Pumpurs, Piller, Sonnengruber
Münchner EK „Die Luchse“
Berger, Kaut – von Friderici, Stroppe, van gen Hassend, Jörg, Höhn, Axtner (C), Paramonov – Klopstock (A), Steinmetz, Günzel, Doubrawa, Vinnytskyi, Ziegelhöffer, Deutzmann (A), Glattenbacher, Steer, Barth, Treichl
Tore:
0-1 Paramonov (Steer, Klopstock, 4:09)
1-1 Sonnengruber (Samanski, Piller, 9:58/PP1)
2-1 Piller (Müller, Panthaler, 11:03)
2-2 Klopstock (Günzel, 14:45)
3-2 Pumpurs (kein Assist, 17:56)
3-3 Treichl (Deutzmann, 21:38/PP1)
4-3 Pumpurs (Piller, Panthaler, 30:26)
5-3 Piller (Panthaler, 42:22/PP1)
6-3 Pumpurs (Mayer, Löscher, 44:02)
6-4 Günzel (Paramonov, Klopstock, 45:03/PP1)
6-5 Doubrawa (Ziegelhöffer, Barth, 46:47)
7-5 Samanski (Göttlicher, Pumpurs, 48:12)
8-5 Samanski (Krzizok, Müller, 50:11)
9-5 Panthaler (Beham, 51:02)
Strafminuten:
ESV Gebensbach: 18
Münchner EK „Die Luchse“: 18
Bilder














