Luchse trotz Punktgewinn nicht ganz zufrieden – Landeshauptstädter ziehen gegen Freising im Penaltyschiessen den Kürzeren
Die Erste des Münchner EK konnte erneut im eigenen Stadion punkten, leider jedoch nicht im erhofften Ausmaß. Die Luchse machten vor allem in der Schlussphase zu wenig aus ihrem riesigen Chancenplus und mussten sich ihren Gästen aus der Domstadt mit 3-4 (1-1, 1-1, 1-1, 0-1) nach Penaltyschiessen geschlagen geben.
Luchse kommen mit Dampf aus der Kabine, verlieren kurz vor Abpfiff den Faden
Nach fünf Heimsiegen in Serie sollte es am Samstag gegen die Black Bears Freising genau so weitergehen. Die Gastgeber konnten verletzungsbedingt nur eine kurze Bank stellen, doch die mit Torhütern achtzehn Luchse zeigten von Anpfiff an, dass sie ihre Erfolgsserie unbedingt fortsetzen wollten. Die Münchner waren in der Anfangsphase die spielbestimmende Mannschaft und belohnten sich in der achten Minute für ihre Arbeit. Maximilian Deutzmann und Moritz Barth fuhren ein Zwei-auf-Eins, Deutzi spielte den harten Pass vor das Tor, Mo hielt den Schläger rein und brachte die Scheibe zum 1-0 über die Linie. Der junge Power Forward spielt seine bislang stärkste Saison im Münchner Westen und sorgte mit seinem vierten Treffer der laufenden Spielzeit für Aufbruchstimmung bei seinem Team.
Im Anschluss nahmen sich die Luchse jedoch selbst den Wind aus den Segeln. Zwei Strafen gegen die Landeshauptstädter ließen den Schwung vom Führungstreffer verpuffen, und zu allem Überfluss musste Alex van gen Hassend zwischen beiden Strafzeiten verletzungsbedingt vom Eis. Die Münchner konnten zwar beide Unterzahlspiele überstehen, doch die Gäste fassten nun mehr und mehr Fuß im Spiel, während die Luchse den Faden etwas verloren. Nach Ablauf der zweiten Strafe bekamen die Münchner den Puck mehrfach nicht aus dem eigenen Drittel, und schließlich war es Severin Stippl, der die Scheibe über die Linie drückte. Der Ausgleich war keineswegs unverdient, doch das Kippen des Spielverlaufes wäre durchaus vermeidbar gewesen. Sinnbildlich hierfür waren auch die letzten Sekunden vor dem Pausenpfiff. Die Luchse bekamen 15 Sekunden vor den Pausentee ihr erstes Überzahlspiel des Abends, nur um keine fünf Sekunden später selbst eine Strafe aufgrund eines Hits hinter dem gegnerischen Tor zu kassieren. So ging es mit einem Vier-Gegen-Vier auf dem Eis und einem 1-1 auf der Anzeigetafel in die Pause.
Luchse überstehen Kreuzfeuer mit Kampf und Einsatz
Im zweiten Drittel setzte sich der Trend der letzten Minuten des ersten Abschnitts fort. Die Domstädter hatten sich nun warmgespielt, und die Luchse verbrachten mehr Zeit im eigene Drittel, als ihnen lieb war. In dieser Phase war auf Tamino Kaut im Münchner Tor Verlass, doch in der 29. Minute war auch er machtlos. Vor dem Tor der Gastgeber herrschte Chaos, die Schwarzbären erhielten mehrere Nachschüsse, und schließlich war es Felix Kammermeier, der den Puck zur erstmaligen Führung für seine Mannschaft über die Linie drückte. Das Schiedsrichtergespann hielt noch eine kurze Besprechung ab, kam jedoch zu der schnellen Entscheidung, den Treffer zu geben. In den folgenden Minuten hätten die Gäste ihre Führung durchaus noch weiter erhöhen können, doch neben Tamino im Tor war auf einen weiteren Luchs in höchster Not Verlass. Wenige Minuten nach dem Führungstreffer konnte Tamino einen Schussversuch mit seinem Schoner nur teilweise entschärfen, und die Scheibe kullerte in Richtung Torlinie. Zum Glück war Alexander Killinger zur Stelle. Der Münchner Verteidiger reagierte blitzschnell, beförderte die Scheibe im allerletzten Moment aus der Gefahrenzone und konnte seine Mannschaft vor einem Zwei-Tore-Rückstand bewahren, der gegen die taktisch starken Gäste aus der Domstadt wohl nur schwer aufzuholen gewesen wäre.
Dieser Schuss vor den Bug weckte die Luchse endlich wieder auf. Die Münchner besannen sich wieder auf ihr druckvolles Spiel und schafften es, knapp sechs Minuten vor der Drittelpause auszugleichen. Obwohl er den Treffer nicht erzielt hatte, geht er zu einem großen Teil auf die Kappe von Simon Klopstock. Das Münchner Kindl tankte sich auf dem linken Flügel durch, schüttelte drei gegnerische Verteidiger wie lästige Fliegen ab, und bediente seinen mitgelaufenen Reihenkollegen Theodor Ziegelhöffer ideal. Theo musste die Scheibe nur noch ins leere Tor einschieben, und das Spiel war wieder komplett offen.
Vergebene Chancen in der Schlussphase rächen sich im Penaltyschiessen
Eines vorweg, auf dem Eis gehörten die letzten zwanzig Minuten beinahe ausschließlich dem Luchsrudel. Die Schussbilanz von 17-3 zu Gunsten der Landeshauptstädter sprach eine klare Sprache, und an hochkarätigen Torchancen mangelte es keinesfalls. Nicholas Gagne ging kurz nach dem Wiederanpfiff Coast To Coast und konnte dabei erstaunlicherweise nahezu alle gegnerischen Spieler überlaufen, allerdings brachte Nic die Scheibe nicht an Manuel Hanisch vorbei. Auch Michael Glattenbacher erarbeitete sich mehrere Chancen, war jedoch im Vergleich zum Hinspiel nicht vom Glück verfolgt. Anders lief es bei den Bären, denn diese machten aus wenig viel. Rückkehrer Sebastian Wiche verbuchte in der 46. Minute den ersten Torschuss des Drittels, und dieser schlug direkt zur erneuten Führung ein. Die Freisinger erzielten alle drei Tore aus Nachschussgelegenheiten, doch da die B-Note auf der Anzeigetafel keine Rolle spielt, dürfte das niemanden im Lager der Gäste gestört haben.
Die Luchse zeigten sich vom Gegentreffer relativ unbeeindruckt. Schließlich dominierten die Münchner den Schlussabschnitt und wussten, dass sie an diesem Abend nochmal zurückkommen können. So geschehen nach dem letzten Seitenwechsel. Simon Klopstock schickte Yehor Vinnytskyi auf die Reise, und der ukrainische Goalgetter lief alleine auf Manuel Hanisch zu. Im ersten Versuch parierte Hanisch noch, doch im zweiten Versuch versenkte Yehor die Scheibe und stellte auf 3-3. Der Münchner Goalgetter brachte am Samstag eine starke Performance aufs Eis und belohnte sich mit dem bis dahin wichtigsten Treffer des Abends. Nun waren die Luchse am Drücker, doch trotz massiver Überlegenheit bis zum Abpfiff wollte einfach kein weiteres Tor gelingen. Besonders bitter – vier der letzten fünf Minuten verbrachten die Münchner in Überzahl. Im Powerplay waren die Gastgeber zwar bemüht, erspielten sich jedoch zu wenige zwingende Chancen. So endete die reguläre Spielzeit mit einem 3-3 Unentschieden, und das Penaltyschiessen musste entscheiden.
Für die Luchse startete Michael Glattenbacher. Der Neuluchs konnte Manuel Hanisch im Freisinger Tor beinahe verladen, doch irgendwie bekam der Freisinger Goalie noch seine Stockhand an den Puck. Die minimale Berührung reichte aus, um die schon im Tor geglaubte Scheibe wenige Millimeter am Pfosten vorbeizulenken. Auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfelds war die Angelegenheit schon etwas klarer. Der erste Freisinger Schütze versenkte die Scheibe humorlos im Tor und setzte damit den nächsten Luchse-Schützen Maximilian Deutzmann gehörig unter Druck. Deutzi reagierte jedoch gelassen, fuhr auf Hanisch zu und schob ihm die Scheibe sehenswert zwischen die Hosenträger. Der Gleichstand hielt jedoch nicht lang, denn Felix Kammermeier verwandelte auch den zweiten Versuch der Gäste. Nun musste der dritte Münchner Schütze Simon Klopstock treffen, und es sah ganz stark danach aus, als würde das Penaltyschiessen in die nächste Runde gehen. Kloppo tanzte Hanisch aus, doch statt die Scheibe über den liegenden Torwart ins Tor zu lupfen, schlenzte das Münchner Kindl den Puck über den Torwart und über die Latte. Ein passendes Ende für ein Spiel, in dem die Luchse wenig falsch machten und dennoch als Verlierer von Eis gehen mussten.
Gewonnene Saisonserie mit bitterem Nachgeschmack
In zwei Punktspielen gegen Freising konnten die Landeshauptstädter vier Punkte holen und damit die beste Bilanz des aktuellen Jahrzehnts gegen die Schwarzbären erzielen. Dabei handelt es sich auf jeden Fall um eine ordentliche Bilanz und um eine Leistung, auf die man stolz sein kann. Dennoch bleibt wie so oft in dieser Saison ein leichter Nachgeschmack nach verpasster Gelegenheit im Mund. Zwar hatten die Luchse etwas Glück, dass sie im zweiten Abschnitt nicht deutlicher ins Hintertreffen geraten sind, dafür hätten die Münchner im Schlussabschnitt mehr aus ihrem gigantischen Chancenplus machen müssen. Am Ende bleiben ein Punkt, eine gewonnene Saisonserie, und eine engagierte Mannschaftsleistung, der lediglich die Krönung durch einen oder zwei weitere Punkte gefehlt hat, in Erinnerung. Auf diesen positiven Aspekten gilt es aufzubauen und in den kommenden Wochen weiter anzugreifen, um ein bestmögliches Abschlussergebnis in der Bezirksliga Mitte zu erreichen.
Ausblick
Am kommenden Wochenende geht der Homestand der Luchse in die vierte Runde. Der Münchner EK empfangt am Freitag den Tabellenzweiten ESV Gebensbach. Wir freuen uns auf einen weiteren tollen Eishockeyabend im Münchner Westen!
Benjamin Dornow, 27. Januar 2026
Statistik
Münchner EK „Die Luchse“ – SE Freising 3-4 (1-1, 1-1, 1-1, 0-1) SO
24. Januar 2026, 19:30 Uhr
Eis- und Funsportzentrum West
Zuschauer: 93
Aufstellungen:
Münchner EK „Die Luchse“
Kaut, Kumerics – Stroppe, van gen Hassend, Jörg, Killinger (A), Höhn, Axtner (C), Paramonov – Gagne, Klopstock, Steinmetz, Vinnytskyi, Ziegelhöffer, Deutzmann (A), Glattenbacher, Mauch, Barth
SE Freising
Hanisch, Krojer – Castlunger, Lieser, Schmidt, Sohr, Schorr – Kammermeier, Aigner, Wiche, Maierthaler, Hamza, Stippl, Schierbaum, Vasicek, Schneider
Tore:
1-0 Barth (Deutzmann, Stroppe, 7:47)
1-1 Stippl (Schmidt, Schierbaum, 16:30)
1-2 Kammermeier (Maierthaler, 28:46)
2-2 Ziegelhöffer (Klopstock, Jörg, 34:38)
2-3 Wiche (kein Assist, 45:22)
3-3 Vinnytskyi (Klopstock, Ziegelhöffer, 51:16)
3-4 Kammermeier (60:00/Penaltyschiessen)
Strafminuten:
Münchner EK „Die Luchse“: 14
SE Freising: 18
Bilder

















