Offensivshowdown im letzten Heimspiel – Luchse machen gegen Regen zu wenig aus ihren Gelegenheiten
Die Zuschauer und Zuschauerinnen im Münchner Weststadion bekamen zum letzten Heimspiel der Ersten Mannschaft des MEK ein wahres Offensivspektakel zu sehen. Luchse und Drachen boten einen offenen Schlagabtausch, doch gerade im letzten Drittel machten die Landeshauptstädter viel zu wenig aus einer drückenden Überlegenheit. Somit ging das letzte Heimspiel mit einem 4-6 (1-1, 2-2, 1-3) an die Gäste aus dem bayrischen Wald.
Treffer zu Beginn und Ende des Drittels umrahmen sehenswerten Start
Die Paarung Luchse gegen Drachen hat in den vergangenen Begegnungen stets offensiv geprägtes Eishockey und beste Unterhaltung für die Zuschauer versprochen. Dieses Versprechen wurde auch am Samstag im Eis- und Funsportzentrum eingelöst, denn es dauerte keine Minute, ehe der erste Treffer des Abends fiel. Die Gäste kamen mit ihrem ersten Angriff gefährlich vor das Münchner Tor und konnten direkt jubeln. Die Gäste verschoben die Münchner Defense mit einigen einfachen Pässen, bis David Michel zentral zum Abschluss kam. Der Ex-Profi zog per Handgelenkschuss ab, und die Scheibe schlug flach im Münchner Tor ein. Zweiunddreißig Sekunden nach dem ersten Bully mussten die Luchse schon anfangen, hinterherzulaufen.
Diese Aufgabe aus dem Bereich Ausdauersport wurde jedoch bravourös gemeistert. Die Landeshauptstädter starteten trotz des frühen Gegentreffers druckvoll in die Begegnung. Zunächst mussten die Luchse eine Startoffensive der Drachen überstehen, doch MEK-Goalie Jan Kumerics war an diesem Abend bestens aufgelegt und verhinderte weitere Einschläge im Münchner Tor. Im Anschluss erarbeiteten sich auch Jans Vorderleute Gelegenheiten und frustrierten ihre Gegner. Beim Regener Routinier Franz Spornraft war das Nervenkostüm dünn genug, um sich nach einer Strafzeit gegen ihn noch zwei weitere Strafminuten sowie eine Zehn-Minuten-Strafe wegen unsportlichen Verhaltens abzuholen. In den vier Minuten Überzahl hätte es gut und gerne mehrfach im Tor der Gäste klingeln können. Die Münchner hatten Großchancen en Masse, es fehlte aber wie so oft in dieser Saison ein Quäntchen Glück. Direkt zu Beginn der langen Überzahl gewannen die Luchse ein Bully im gegnerischen Drittel, nach dem Kapitän Leon Axtner an der blauen Linie freie Sicht hatte. Der Verteidiger schweißte die Scheibe in Richtung Tor und traf beide Pfosten, allerdings nicht die Maschen des Regener Gehäuses. Kurz darauf hatte Maximilian Deutzmann die nächste Großchance für den MEK. Ein Querpass landete direkt auf der Kelle des am Torraum lauernden Deutzi, der die Scheibe jedoch über das nahezu verwaiste Tor feuerte.
Als es schon danach aussah, als müssten die Landeshauptstädter mit einem Rückstand in die Pause gehen, wurde das Team von Markus Kiefl doch noch erlöst. Die Luchse agierten erneut in Überzahl, und diesmal landete der Puck dort, wo er landen sollte. Die Box der Münchner stand, Luis Stroppe bediente den freistehenden Moritz Barth, und Mo versenkte die Scheibe zum erlösenden 1-1 Ausgleich im Regener Gehäuse. Ein Tor dreißig Sekunden nach Anpfiff, ein Tor dreißig Sekunden vor der Drittelpause, und ein offener Schlagabtausch zwischendrin – das erste Drittel bot den knapp 100 Zuschauern beste Unterhaltung.
Gäste geben mehrfach die richtige Antwort
Das Mitteldrittel begann so, wie der erste Abschnitt aufhörte, nämlich mit einem Überzahlspiel für den MEK und einem Tor. Nie ein kleines Detail was anders, und das sehr zum Leidwesen der Luchse. Die Münchner versuchten, an das druckvolle Offensivspiel der letzten Minuten anzuschließen, ließen jedoch einen Konter der Gäste zu. Dieser Umstand ist besonders gefährlich, wenn der den Konter fahrende Spieler David Michel ist. Michel blieb im Alleingang gegen Jan Kumerics der Sieger und stellte die Führung seiner Mannschaft siebzig Sekunden nach Wiederanpfiff wieder her.
Die Gäste zeigten die richtige Reaktion auf den späten Ausgleich der Luchse, doch auch die Münchner antworteten auf den erneuten Rückschlag. Der MEKler gingen kompromisslos in die Zweikämpfe, spielten furchtlos nach vorne, und belohnten sich schnell für ihre starke Arbeit. In der 27. Minute lief Yehor Vinnytskyi alleine auf das Tor zu und scheiterte im ersten Versuch an ERC-Goalie Dennis Jendrus, allerdings griff der Ukrainer seinen eigenen Nachschuss auf und ließ dem Gästetorwart im zweiten Versuch keine Chance. Mit dem Ausgleich war es jedoch noch nicht getan. Die Luchse waren nun euphorisiert, und nur 29 Sekunden später klingelte es erneut im Kasten der Drachen. Maximilian Deutzmann betrat das gegnerische Drittel auf der linken Seite, überlief seine Gegenspieler und ließ die Scheibe mit einem halbhohen Handgelenkschuss im Netz zappeln. Der Führungstreffer war absolut verdient und ließ das Münchner Weststadion erstmals an diesem Abend zum Tollhaus werden.
Die Landeshauptstädter waren auf dem besten Wege, die Führung in den finalen Abschnitt mitzunehmen. In den verbleibenden Minuten des Drittels hatten die Münchner viele Großchancen, unter anderem einige Alleingänge von Yehor Vinnytskyi. Der Münchner Goalgetter brachte die Scheibe jedoch in mehreren Versuchen nicht erneut über die Linie, und wie so oft rächte sich die Ineffizienz am anderen Ende des Spielfelds. In der 38. Minute warf Gästestürmer Philipp Müller die Scheibe mit einem Handgelenkschuss auf das Münchner Tor. MEK-Goalie Jan Kumerics, der ansonsten seine stärkste Saisonleistung aufs Eis brachte, wurde von dem Schuss auf dem falschen Fuß erwischt, und die Scheibe landete zum Ausgleich kurz vor Drittelende im Münchner Tor. Bitter für die Luchse, und einmal mehr ein Spiegelbild der Saison 2025/26.
Luchse dominieren, Drachen machen die Tore
Wie schon in der vergangenen Woche starteten sowohl die Luchse als auch ihre Gäste mit drei Toren auf den jeweiligen Konten in den finalen Abschnitt. Die Landeshauptstädter waren bis in die Haarspitzen motiviert, das letzte Heimspiel der Saison erfolgreich zu gestalten, und gaben sich entsprechend Mühe. Dennoch waren es wieder die Gäste, die den ersten Stich setzten. Max Venter setzte einen Schuss neben das Tor, doch die Scheibe prallte von der Bande auf die andere Seite des Tores ab und landete direkt auf der Kelle von David Michel. Der Regener Topscorer reagierte schnell, zog sofort ab, und der Puck schlug zum 3-4 im Münchner Tor ein.
Die Luchse reagierten mit wütenden Angriffen, doch wieder fehlten die letzten Millimeter zum Torerfolg. Nach dem letzten Seitenwechsel gab es noch einige Großchancen für den MEK, doch sowohl Michael Glattenbacher als auch Moritz Barth scheiterten mit ihren Versuchen an der Latte des gegnerischen Tores. Die Zeit lief gnadenlos von der Uhr, und zweieinhalb Minuten vor Ende machten die Drachen einen großen Schritt in Richtung Sieg. Die Luchse spielten einmal mehr Überzahl, schafften es jedoch nicht, den Puck im Tor unterzubringen. Als sich die Gäste befreien konnten, setzten einmal mehr David Michel zum Sprint an, überlief seine Gegner und versenkte seinen Alleingang zum 3-5.
Entgegen allen Befürchtungen waren die Luchse jedoch noch nicht am Ende ihrer Weisheit angekommen. Nur eine Minute nach der vermeintlichen Entscheidung waren die Luchse nämlich plötzlich wieder zurück im Geschäft. Die Münchner agierten weiter in Überzahl, Theodor Ziegelhöffer kam im Slot zum Abschluss und drückte die Scheibe irgendwie über die Torlinie. Mit dem vierten Treffer im Rücken schoben die Luchse nochmal an und hätten sich beinahe noch in das Penaltyschiessen retten können. Luis Stroppe hatte wenige Sekunden vor Abpfiff nochmal eine Großchance aus kürzester Distanz, doch Jendrus reagierte im Drachentor hervorragend und machte die goldene Chance zum Ausgleich zunichte. Direkt danach klärten die Drachen den Puck aus dem eigenen Drittel, und erneut war es der überragende Mann auf dem Eis, der für den Endstand sorgte. Eine Sekunde vor Abpfiff erlief Davin Michel die Scheibe und spielte sie ins leere Tor. Der fünfte Treffer des tschechischen Ausnahmestürmers markierte den 4-6 Endstand und besiegelte ein bitteres Saisonende vor heimischer Kulisse für die Landeshauptstädter.
Chancenauswertung und Einzelspieler machen den Unterschied aus
Leider lesen sich unsere Spielberichte die ganze Saison 2025/26 über sehr ähnlich. Das Luchsrudel verlangt starken Mannschaften alles ab, doch am Ende setzen sich die Spitzenteams der Bezirksliga Mitte durch. Dies geschieht zwar knapp, denn die Luchse werden die Saison 2025/26 voraussichtlich ohne eine einzige Klatsche abschließen. Lediglich das 5-9 beim ESV Gebensbach könnte in diese Kategorie fallen, doch auch hier herrschten am Ende nur vier Tore Unterschied. Im Ergebnissport Eishockey ist es am Ende aber egal, ob die Spiele knapp oder deutlich verloren werden – was in der Tabelle zählt, sind die Punkte. Hätte man diese am Samstag mitnehmen wollen, wäre eine bessere Chancenverwertung nötig gewesen. Wieder war es vor allem der letzte Abschnitt, in dem sich die Landeshauptstädter ein gigantisches Chancenplus erarbeiteten, doch die Tore machten einmal mehr die Gäste. Hier hilft es auch, dass die Drachen mit David Michel den alles überragenden Spieler in ihren Reihen hatten. Der Topscorer der Gäste erzielte fünf der sechs Regener Tore und konnte den MEK somit alleine outscoren. Die Luchse brachten eine starke, kompakte, kämpferische Leistung aufs Eis, doch am Ende waren Effizienz und individuelles Genie die Punkte, die die Waage in Richtung der Gäste ausschlagen ließ.
Ausblick
An diesem Wochenende endet die Saison 2025/26 für die Erste des Münchner EK. Das Luchsrudel ist am Samstag beim EV Dingolfing 1B zu Gast und freut sich auf ein letztes gemeinsames Eishockeyfest mit all unseren Fans!
Benjamin Dornow, 10. Februar 2026
Statistik
Münchner EK „Die Luchse“ – ERC Regen 4-6 (1-1, 2-2, 1-3)
07. Februar 2026, 19:30 Uhr
Eis- und Funsportzentrum West
Zuschauer: 98
Aufstellungen:
Münchner EK „Die Luchse“
Kumerics, Berger – von Friderici, Stroppe, Jörg, Killinger (A), Höhn, Hnat, Axtner (C) – Klopstock, Fleissner, Vinnytskyi, Ziegelhöffer, Deutzmann (A), Glattenbacher, Steer, Barth
ERC Regen
Jedrus, Sagerer – Hackl, Arnst, Zellner, Wiederer, Baumgartner, Seidl – Venter, Wolfgramm, Schander, Riedl, Müller, Ortolf, Spornraft, Michel, Stiebel, Nemec
Tore:
0-1 Michel (Ortolf, Spornraft, 0:32)
1-1 Barth (Stroppe, Glattenbacher, 19:31/PP1)
1-2 Michel (Ortolf, 21:10/SH1)
2-2 Vinnytskyi (Axtner, Klopstock, 26:25)
3-2 Deutzmann (Glattenbacher, Barth, 26:56)
3-3 Müller (kein Assist, 37:23)
3-4 Michel (Venter, 47:26)
3-5 Michel (Wolfgramm, 57:36/SH1)
4-5 Ziegelhöffer (Vinnytskyi, 58:35/PP1)
4-6 Michel (kein Assist, 59:59/ENG)
Strafminuten:
Münchner EK „Die Luchse“: 10+20
ERC Regen: 22+10
Bilder

























