Keine Punkte gegen den Spitzenreiter – Luchse können die Germeringer Offensive nicht stoppen

Vor ihrem Gastspiel im Münchner Westen hatten die Wanderers aus Germering noch keinen einzigen Punkt abgegeben. Die Gäste schafften es am Samstagabend, ihre Weste blütenweiß zu halten. Trotz einer ordentlichen Leistung hatten die Luchse am Ende keine Chance gegen den Spitzenreiter. Am Ende stand ein deutliches 4-14 (1-3, 0-4, 3-7) auf der Anzeigetafel im Weststadion.

Vor Anpfiff herrschte allseits beste Laune im Eis- und Funsportzentrum West. Viele Heim- und Gästefans sorgten für gute Laune abseits des Eises, während die Mannschaft der Luchse ihrem Spiel im neuen Jahrzehnt entgegenblickte.
Die Wanderers hingegen waren bereits am Vortag im Einsatz. Im Bayernkrug-Viertelfinale beim ERC Regen, dem Tabellenführer der Bezirksligagruppe 1, führte Germering nach bereits 40 Minuten mit 11-2. Da das Spiel vor Beginn des letzten Drittels abgebrochen werden musste, blieb es bei diesem Ergebnis.

Den Gästen merkte man das Vortagsspiel kaum an. Vom ersten Bully an ging es in Richtung des Gehäuses von Luchse-Goalie Sascha Bergelt. Schon früh setzte es das erste Gegentor für die Münchner. Nach 90 Sekunden ging Germering durch ein Überzahltor von US-Boy John Cangelosi in Führung.
Die Wanderers machten weiter Druck und erzwangen schnell zwei Strafzeiten gegen die Luchse. Die Münchner überstanden die Unterzahlsituationen jedoch mit Bravour. Mitten aus dem Nichts fiel in der 16. Minute der zweite Treffer des Abends – diesmal jedoch für die Mannschaft des Münchner EK. Lukas Voit stellte seine Übersicht unter Beweis und bediente von hinter dem Tor aus seinen Sturmpartner Julian Behmer. Aus idealer Position direkt vor Gästetorwart Daniel Schmidt hatte Behmer kein Problem, den Puck hoch im Tor zu versenken. Wenige Sekunden nach dem Ausgleich führte eine Strafe gegen Christian Köllner zum ersten Überzahlspiel des Abends für die Luchse. Kurzzeitig war man im Münchner Lager guter Dinge, mit dem Unentschieden in die erste Pause zu gehen. Ein großer Erfolg gegen den Spitzenreiter.
Die Wanderers zeigten in den kommenden Minuten jedoch, warum sie die Bezirksligagruppe 3 unangefochten anführen. Die Luchse fanden trotz numerischer Überzahl kein Durchkommen gegen die aggressive Germeringer Defensive. Noch dazu konterten die Gäste immer wieder gefährlich. Einer dieser Gegenzüge endete im 2-1 für die Gäste. Konstantin Kolb stellte in eigener Unterzahl die Führung wieder her. Und leider war das Drittel noch nicht vorbei: 30 Sekunden vor Drittelende eroberte Gäste-Topscorer Nico Rossi die Scheibe im Drittel der Luchse und stellte auf 3-1 für Germering.

Auch im zweiten Drittel hatten die Wanderers das Spiel im Griff. Läuferisch konnten die Luchse nicht mit den Gästen mithalten. Die Germeringer Mannschaft überbrückte die neutrale Zone mit wenigen Pässen, sodass die Münchner Hintermannschaft oft in Unterzahl verteidigen musste.
Apropos schnell: Ein Treffer kommt bei den Wanderers selten alleine. Konstantin Kolb erhöhte in der 22. Minute auf 1-4, und es dauerte keine zwei Minuten bevor der Puck erneut im Münchner Tor einschlug. Cangelosi vollendete eine schöne Kombination der Germeringer Paradereihe zum 1-5.
Nach dem fünften Tor für die Gäste wurde es etwas hitziger auf der Eisfläche: Jannik Pinder und EVG-Abwehrhüne Christian Köllner ließen die Fäuste fliegen und es wurde auf den Rängen etwas lauter. Nach der Auseinandersetzung und Bankstrafen für beide Spieler ging das Match aber wie gewohnt weiter.
Trotz bester Bemühungen kamen die Luchse nicht vernünftig vor das Tor von Daniel Schmidt. Nach 30 gespielten Minuten kam die nächste Druckphase der Wanderers, die erneut zu zwei Toren führte. Quirin Reichel fuhr unbedrängt in den Slot und versenkte den Puck per Schlagschuss im Münchner Gehäuse. Kurz darauf nutzten die Germeringer erneut eine Überzahlsituation und erhöhten auf 1-7. Mit dieser klaren sechs-Tore-Führung ging es in die zweite Pause.

Obwohl die Vorentscheidung bereits nach 40 Minuten gefallen war, ließen sich die Luchse nicht hängen. Die Anfangsminuten des letzten Abschnitts gehörten dem MEK, der plötzlich für Gefahr im Drittel der Wanderers sorgte. Gut zwei Minuten nach Wiederbeginn durften die Luchse jubeln. In einer Kopie des ersten Treffers spielte erneut der hinter dem Tor stehende Voit einen optimalen Pass vor das Gästetor. Dieses mal war Niki Schünemann der Empfänger. Der Top-Torjäger der Luchse versenkte den Puck aus kurzer Distanz in Tor und brachte die Luchse auf 2-7 heran. Und nachdem Sascha Günzel eine gute Minute später das 3-7 erzielte, sah es ganz kurz so aus, als könnte es im Münchner Weststadion doch noch spannend werden.
Die Gäste hatten jedoch erneut die richtige Reaktion auf Lager: Keine 30 Sekunden nach dem dritten Tor der Münchner war es erneut Kolb, der das achte Tor der Wanderers erzielte. Vier Tore waren dem Germeringer Stürmer offenbar noch nicht genug. In Überzahl ließ Kolb einen satten Schlagschuss von der blauen Linie los, der hinter dem machtlosen Bergelt zum 3-9 einschlug. Kurz vor der 50. Minute wurde das Ergebnis zweistellig. Quirin Reichel fuhr aus spitzem Winkel auf das Münchner Tor zu und schoss flach zum 3-10 ein.
Mit dem letzten Seitenwechsel in der 50. Minute wechselten die Luchse den Torhüter. Debütant Dominik Wulkesch stand nun zwischen den Pfosten. Nach dreißig Sekunden musste auch er das erste mal hinter sich greifen. Simon Bogner stellte auf 3-11.
Doch in einem Spiel mit mittlerweile komplett offenen Abwehrreihen kamen auch die Luchse zu ihren Chancen. Eine davon nutzte Lukas Voit zum 4-11. Voit hatte noch zwei weitere hochkarätige Chancen; Gästetorwart Daniel Schmidt musste jedoch nicht nochmal hinter sich greifen.
Die Germeringer Stürmer hingegen durften noch ein paar mal jubeln. Die Wanderers nutzten die freien Räume und fuhren einen Konter nach dem anderen. Wulkesch konnte sich bei seinem ersten Einsatz im Luchse-Dress zwar einige male auszeichnen und entschärfte zwei Alleingänge sehenswert, doch auch er konnte weitere Treffer nicht mehr verhindern. Rico Rossi, Marcus Mooseder und mit der Schlusssirene Thomas Köppl sorgten mit ihren Toren für den 4-14 Endstand.

Leider war schon vor dem Spiel von einer Niederlage auszugehen. Die Wanderers stellen jedes Wochenende unter Beweis, dass sie in dieser Bezirksliga-Spielzeit eine Klasse für sich sind. Außerdem sind vierzehn Gegentore einige zu viel, auch gegen eine dominante Mannschaft wie die aus Germering.
Dennoch können die Luchse auch etwas positives vom Samstagabend mitnehmen. Beinahe hätte es geklappt, ein 1-1 in die erste Drittelpause mitzunehmen. Außerdem sind die Luchse mit den vier Toren vom Samstagabend und den drei weiteren Treffern aus dem Hinspiel in Germering die einzige Mannschaft in der Bezirksligagruppe 3, die sieben Tore gegen die Wanderers erzielen konnten.

Der Münchner EK bedankt sich bei allen Zuschauern für ihren Besuch und besonders bei den MEK-Fans für die tolle Stimmung und die lautstarke Unterstützung. Die Münchner sind diesen Samstagabend erneut im Einsatz. Die Luchse treten auswärts beim EV Mittenwald an. Spielbeginn in der Arena Mittenwald (-> Lageplan) ist um 19:30 Uhr. Die Mannschaft freut sich über jegliche Unterstützung bei diesem schweren Auswärtsspiel!

Statistik

Münchner EK „Die Luchse“ – Wanderers Germering 4-14 (1-3, 0-4, 3-7)

04. Januar 2019, 19:30 Uhr

Weststadion München

Zuschauer: 78

Aufstellungen:

Münchner EK „Die Luchse“:

Bergelt, Wulkesch – Pappers, Steinmetz, Killinger (A), Axtner, Schmidt D. (C), Strobl (A) – Listl, Schünemann N., Meierl, Pinder, Reisinger, Langer, Bochnak, Günzel, Voit, Behmer

Wanderers Germering:

Schmidt, Heinze – Bogner, Berger, Sohr (A), Langnickel, Schmidbauer, Köllner (A), Critharellis – Kolb L., Mooseder, Rossi, Britsch, Dorfner, Köppl, Kolb K., Cangelosi, Reichel (C), Schmidbauer, Winkler

Tore:

0-1 Cangelosi (Schmidbauer, Rossi, 1:30/PP1)

1-1 Behmer (Voit, 16:08)

1-2 Kolb K. (Schmidbauer, Critarellis, 18:33/UZ1)

1-3 Rossi (kein Assist, 19:24)

1-4 Kolb K. (kein Assist, 22:29)

1-5 Cangelosi (Reichel, Rossi, 24:07)

1-6 Reichel (kein Assist, 31:40)

1-7 Kolb K. (Köppl, Langnickel, 32:26/PP1)

2-7 Schünemann N. (Voit, Behmer, 42:38)

3-7 Günzel (Meierl, Strobl, 43:52)

3-8 Kolb K. (Langnickel, Winkler, 44:30)

3-9 Kolb K. (Winkler, Köppl, 48:26/PP1)

3-10 Reichel (Cangelosi, 49:35)

3-11 Bogner (kein Assist, 50:34)

4-11 Voit (Axtner, 53:17)

4-12 Rossi (Cangelosi, Köllner, 55:30)

4-13 Mooseder (kein Assist, 55:55)

4-14 Köppl (kein Assist, 59:58)

Strafminuten:

Münchner EK „Die Luchse“: 28

Wanderers Germering: 22

Benjamin Dornow, 7. Januar 2020