Achtungserfolg zum Testspielauftakt – Luchse erkämpfen sich Sieg in Straubing, verlieren knapp beim HC Maustadt
Die Erste des Münchner EK ist erfolgreich in die Vorbereitung zur Saison 2026/27 gestartet. Am Freitag waren die Luchse beim Landesligisten EHC Straubing mit einem hart erkämpften 4-5 (0-1, 2-2, 2-2) Auswärtssieg erfolgreich. Zwei Tage später machten die Münchner bei einer 6-4 (4-3, 1-0, 1-1) Niederlage beim HC Maustadt zu wenig aus ihren Chancen. Insgesamt können die Landeshauptstädter auf ein starkes Auftaktwochenende zurückblicken.
Kurze Bank erarbeitet sich Auftaktsieg gegen Landesligisten
Schon vor Anpfiff in Straubing stand fest, dass der Testspielauftakt für beide Teams anstrengend wird. Weder Gäste noch Gastgeber brachten mehr als zwei Reihen aufs Eis, sodass für beide Mini-Aufgebote ordentlich radeln auf dem Programm stand. Die Gastgeber hatten zu Spielbeginn ein optisches Übergewicht, allerdings präsentierte sich Jens Berger zwischen den Münchner Pfosten in bestechender Frühform. Jens hatte einen wesentlichen Anteil am Entschärfen der Anfangsoffensive der Gastgeber und gab seinen Vorderleuten dadurch die Möglichkeit, ohne zu große Sorgen in die Begegnung zu finden.
Nach einem kurzen Stottern zu Spielbeginn lief der Motor der Luchse mit zunehmender Spielzeit mehr und mehr warm. Die Münchner setzten ihre Gegner früh unter Druck und erzwangen dadurch den ein oder anderen Fehler im Aufbauspiel der Straubinger. Außerdem wurden die Münchner oft durch schnelle Gegenangriffe gefährlich. Ein solcher schneller Angriff spielte sich in der 11. Minute ab. Luis Stroppe schickte Moritz Barth auf die Reise, der im ersten Versuch noch an Torfrau Lily Uhrmann scheiterte. Die Straubinger Torhüterin musste die Scheibe jedoch prallen lassen, und der Rebound landete direkt auf der Kelle von Nico Olek. Der Quasi-Neuzugang, der seine eigentliche Premierensaison beim MEK verletzungsbedingt komplett verpasste, ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und netzte aus nächster Nähe ein. Nachdem keine der beiden Mannschaften bis zur ersten Pause einen weiteren Stich setzen konnte, gingen die Teams mit dem Spielstand von 0-1 in die Kabine.
Der zweite Abschnitt begann, wie der Erste aufhörte. EHC und MEK boten sich ein ausgeglichenes Match mit Chancen auf beiden Seiten, und erneut waren es die Münchner, die als Erstes zuschlagen konnten. Vier Minuten nach Wiederanpfiff scheiterte Yehor Vinnytskyi mit einem ersten Versuch an der Straubinger Torhüterin, und im darauffolgenden Getümmel konnte Ferdinand Fleissner mit seiner ganzen Erfahrung punkten. Der Veteran setzte nach, erwischte die Scheibe, und bugsierte sie zum 0-2 über die Linie. Wenig schön, dafür effektiv.
Lange währte die Freude bei den Luchsen jedoch nicht. Keine halbe Minute nach dem zweiten Treffer tauchten auch die Gastgeber auf dem Scoreboard auf. Routinier Florian Meichel ließ Jens Berger im Münchner Tor mit einem platzierten Schuss keine Chance. Gut eine Minute später erzielte Jonas Penzkofer den Ausgleichstreffer. Die Partie drohte nun zu kippen, und es wurde auf dem Eis etwas hitzig. Nach einem unglücklichen Hit wurde Moritz Lermer mit einer Spieldauerstrafe vom Eis geschickt, und das darauffolgende Powerplay wurde von den Luchsen genutzt. Alexander Killinger fand Yehor Vinnytskyi auf der Höhe des linken Bullykreises, und der ukrainische Stürmer versenkte die Scheibe gekonnt mit einem optimal platzierten Handgelenkschuss. Zwei Minuten vor Ablauf der Fünf-Minuten-Strafe fand das Münchner Überzahl ein vorzeitiges Ende. Luis Stroppe wurde nach einer ebenfalls eher unglücklichen Aktion auch vorzeitig zum Duschen geschickt. Die Gastgeber konnten die erste Hälfte ihres langen Überzahlspiels jedoch nicht nutzen, und so ging es erneut mit einer Führung für das Luchsrudel zum Pausentee.
Zu Beginn des letzten Abschnitts agierten die Hausherren weiter in Überzahl, allerdings konnte die Münchner Defensive den Angriffen ihrer Gegner weiter standhalten. Nachdem die Luchse wieder komplett waren und somit die eigentlich gefährliche Phase überstanden hatten, klingelte es dennoch im Münchner Tor. Ein ungenauer Pass im eigenen Drittel führte zum Puckverlust, und die Straubinger schlugen in Person von Leon Hilmer eiskalt zu. Als wäre das noch nicht genug gewesen, legte der EHC sofort nach. Keine Minute später erwischte erneut Hilmer MEK-Goalie Jens Berger auf dem falschen Fuß und brachte sein Team erstmals an diesem Abend in Führung.
Nun waren die Comebacker-Qualitäten der Luchse gefragt, und die Mannschaft von Tobias Knallinger zeigte, dass sie der Aufgabe gewachsen war. Erneut in Überzahl feuerte Yehor Vinnytskyi einen Schuss von der blauen Linie ab, Neuzugang Justin Stiebel hielt vor dem Tor seinen Schläger in den Schuss, und die Scheibe schlug unhaltbar zum 4-4 Ausgleich im Netz ein. Damit hatte Justin jedoch noch nicht genug. In seinem nächsten Wechsel war er wieder vor dem Tor zur Stelle und versenkte einen Rebound zum 4-5. Der Neuluchs war an alter Wirkungsstätte hochmotiviert und hätte seinem eh schon starken Debüt im Luchsfell beinahe die Krone aufgesetzt, doch sein nächster Torabschluss landete leider nur am Pfosten. Die Landeshauptstädter mussten ihren knappen Vorsprung also noch zehn Minuten lang verteidigen, doch das gelang ihnen bravourös. Die Münchner ließen ihre Gegner nicht in gefährlichen Positionen zum Torabschluss kommen und arbeiteten Minute für Minute von der Uhr, bis schließlich die Schlusssirene ertönte und die Luchse den ersten Testspielsieg unter Dach und Fach hatten.
Schwacher Start und mangelnde Effizienz besiegeln Niederlage in Memmingen
Zwei Tage nach dem kräftezehrenden Testspielauftakt in Straubing ging es für die Luchse nach Memmingen. Dort wartete mit dem HC Maustadt der nächste Gegner, den die Landeshauptstädter bereits aus der letztjährigen Vorbereitung kannten. Damals erwischten die Münchner einen üblen Fehlstart in die Partie, von dem sie sich bis zum Abpfiff nicht mehr erholen konnten. Knapp ein Jahr später lagen die Luchse nicht nach 13 Minuten mit drei Toren im Rückstand – es dauerte diesmal nur zweieinhalb Minuten. Vierzig Sekunden nach Anpfiff verhungerte die Scheibe bei einem Querpass eines Münchner Abwehrspielers durch die eigene Zone. Der Maustädter Neuzugang Philipp Wiche schnappte sich den im Slot vollkommen freiliegenden Puck und netzte zur frühen Führung für die Gastgeber ein. Sechzig Sekunden später brachte der HCM-Stürmer Kevin Tögel einen Schuss auf das Tor von Tamino Kaut. Der Münchner Goalie war in bester Position, die Scheibe zu fangen, allerdings fälschte Dmitrii Paramonov das Spielgerät unhaltbar ins eigene Tor ab. In der dritten Minute war es dann Marco Eibl, der mit dem dritten Torschuss den dritten Streich setzte. Kein Auftakt nach Maß für den MEK.
Mit zunehmender Spielzeit kamen die Luchse jedoch besser ins Spiel. In der neunten Minute ließen Luis Stroppe und Sascha Günzel die Maustädter Hintermannschaft mit starkem Zusammenspiel alt aussehen, und Sascha wollte die Scheibe in den Slot passen. Der Pass fand zwar nicht den Schläger eines Mitspielers, dafür aber die Kufe eines HCM-Verteidigers. Von dort prallte der Puck unhaltbar für Florian Edelmann über die Torlinie ab, und die Gäste waren auf dem Scoreboard. Dreißig Sekunden später zeigten die Landeshauptstädter, dass auch sie Doppelschläge können. Goalgetter Yehor Vinnytskyi drückte einen Nachschuss über die Linie, und schon war der MEK wieder im Spiel. Die Münchner waren nun am Drücker, ließen allerdings zu viele Chancen liegen. Deutlich effizienter gingen die Gastgeber zu Werke. In der 16. Minute erhöhte erneut Philipp Wiche auf 4-2. Diesmal konnten die Gäste jedoch postwendend antworten. Eine halbe Minute nach dem vierten Gegentreffer feuerte Rückkehrer Corin Remmert einen Schuss von der blauen Linie ab, den Sturmveteran Ferdinand Fleissner direkt vor Gastgeber-Goalie Edelmann unhaltbar abfälschen konnte. 4-3 nach zwanzig Minuten – der erste Abschnitt hatte es in sich.
Die Luchse kamen motiviert aus der Kabine. Nach dem Katastrophenstart mit zwei Reifenplatzern arbeiteten sie sich zurück in die Partie und waren dem Ausgleich zu Beginn des Mittelabschnitts oftmals nahe. In zwei Überzahlspielen ließen die Jungs vom MEK die Scheibe gut laufen, allerdings gab es zu Mitte des Drittels einen kleinen Bruch im Münchner Spiel. Justin Stiebel wurde mit einem üblen Kopfcheck in die Bande geschickt und musste das Eis nach längerer Behandlung verletzungsbedingt verlassen. Im darauffolgenden Überzahlspiel agierten die Luchse jedoch nicht mehr so druckvoll wie in den vorhergehenden Minuten. Passivität und fehlende Zielstrebigkeit äußerten sich in lediglich einer gefährlichen Offensivaktion in diesen fünf Minuten. Natürlich verteidigten die Gastgeber auch stark, allerdings muss in einer solchen Phase offensiv deutlich mehr kommen. Dass die Gastgeber direkt nach Ende ihres langen Unterzahlspiels ihren fünften Treffer erzielten, passte perfekt in das Bild des Abends. Andre Aschenbrenner wurde auf die Reise geschickt und versenkte die Scheibe zum Stand von 5-3, mit dem die Teams kurz darauf erneut in die Kabine gingen.
Im Schlussabschnitt wollten es die Luchse unbedingt nochmal wissen. Das Spiel fand nahezu komplett im Drittel der Gastgeber ab, und die Münchner erspielten sich eine Gelegenheit nach der anderen. Wie bereits im vorhergehenden Abschnitt machen sie jedoch leider viel zu wenig aus ihren Chancen. Es dauerte bis zur 53. Minute, ehe Ferdinand Fleissner seine Mannschaft nochmal auf ein Tor heranbrachte. Der Ausgleich lag nun in der Luft, die Gäste erarbeiteten sich Chance um Chance, aber die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor. MEK-Coach Tobias Knallinger zog in der 58. Minute seine Auszeit, und tatsächlich gab es nochmal ein Überzahlspiel für die Münchner. Nach einem nicht ganz optimalen Pass der Luchse konnte Andre Aschenbrenner jedoch die Scheibe erobern und in Richtung Tor flippen. Erneut war das Glück den Münchnern nicht hold – die Rückhand-Bogenlampe senkte sich, schlug auf dem Eis auf, und hüpfte zum Endstand von 6-4 über die Torlinie.
Luchse sowohl starke Frühform als auch offene Baustellen
Insgesamt können die Luchse auf ein zufriedenstellendes erstes Testspielwochenende zurückblicken. Am Freitag bestanden die Münchner beim Landesligisten EHC Straubing und bewiesen bei einem hart erarbeiteten Sieg Kampfgeist und Resilienz. Gut möglich, dass am Sonntag die Beine des ein oder anderes Luchses vom intensiven Freitagsspiel mit kurzer Bank noch schwer waren. Außerhalb der ersten drei Minuten zeigten die Landeshauptstädter eine insgesamt ordentliche Leistung, die jedoch Effizienz und ein wenig Spritzigkeit vermissen ließ. Außerdem sollten Spiele, in denen die Luchse fast doppelt so viele Torschüsse wie ihre Gegner verzeichnen, grundsätzlich gewonnen werden.
In besonders starker Frühform befinden sich aktuell Ferdinand Fleissner und Nico Olek. Ferdi zeigt in seiner achtzehnten Saison, dass sein Torriecher weiterhin absolut intakt ist, und konnte ein starkes erstes Testspielwochenende mit drei Toren krönen. Nico meldete sich nach der verletzungsbedingt früh beendeten Saison 2025/26 eindrucksvoll mit zwei starken Leistungen und einem Tor zurück. Auch Justin Stiebel spielte stark auf und zeigte insbesondere in Straubing, dass sich die Fans der Luchse auf einen leidenschaftlich auftretenden Neuzugang mit Torriecher freuen können. Weiterhin etwas Arbeit benötigt hingegen das Überzahlspiel der Luchse, dem es immer noch ein wenig an Bewegung und Zielstrebigkeit fehlt. Zum Glück hat Coach Tobias Knallinger noch mehr als genug Zeit, mit seinen Jungs zu arbeiten und an den Stellschrauben zu drehen.
Ausblick
Die Preseason der Münchner Luchse geht am kommenden Wochenende weiter. Die Landeshauptstädter sind am 20. September beim EC Pfaffenhofen zu Gast. Wir freuen uns auf eure Unterstützung in der Holledau!
Benjamin Dornow, 14. September 2026
Statistik Straubing – MEK
EHC Straubing – Münchner EK „Die Luchse“ 4-5 (0-1, 2-2, 2-2)
11. September 2026, 20:00 Uhr
Eisstadion am Pulverturm
Zuschauer: 30
Aufstellungen:
EHC Straubing
Uhrmann, Feiertag – Lermer, Meichel (A), Penzkofer (A), Karl – Pustai, Keinhofer, Hörndl, Lorenz, Hilmer, Schuster, Wolf (C)
Münchner EK „Die Luchse“
Berger, Kaut – von Friderici, Stroppe, van gen Hassend, Killinger (A), Olek, Hnat, Paramonov (C) – Stiebel, Fleissner, Vinnytskyi, Barth (A)
Tore:
0-1 Olek (Barth, Stroppe, 10:26)
0-2 Fleissner (Vinnytskyi, Stiebel, 23:51)
1-2 Meichel (Wolf, Penzkofer, 24:16)
2-2 Penzkofer (Lorenz, Wolf, 25:38)
2-3 Vinnytskyi (Killinger, 35:19/PP1)
3-3 Hilmer (Wolf, Meichel, 45:07)
3-4 Hilmer (Penzkofer, 45:54)
4-4 Stiebel (Vinnytskyi, von Friderici, 46:51/PP1)
4-5 Stiebel (kein Assist, 49:15)
Statistik Maustadt – MEK
HC Maustadt – Münchner EK „Die Luchse“ 6-4 (4-3, 1-0, 1-1)
13. September 2026, 18:30 Uhr
KUTTER-Arena am Hühnerberg
Zuschauer: 60
Aufstellungen:
HC Maustadt
Edelmann, Förderer – Fastner, Franke, Schalk, L. Tögel, Hellmann, Haspel – K. Tögel, S. Wiche (A), Eibl, Züm, Stampfel, Schwarz (A), P. Wiche, A. Aschenbrenner (C), K. Aschanbrenner
Münchner EK „Die Luchse“
Kaut, Kumerics – Remmert, Killinger (A), Höhn, Hnat, Paramonov (C) – Stroppe, Günzel, Fleissner, Vinnytskyi, Olek, Steer, Stiebel, Barth (A)
Tore:
1-0 P. Wiche (kein Assist, 00:40)
2-0 K. Tögel (Eibl, 1:40)
3-0 Eibl (K. Tögel, Fastner, 2:47)
3-1 Günzel (Stroppe, 9:00)
3-2 Vinnytskyi (Höhn, 9:30)
4-2 P. Wiche (Eibl, 15:53)
4-3 Fleissner (Remmert, 16:17)
5-3 A. Aschenbrenner (Stempfel, 38:32)
5-4 Fleissner (Günzel, Höhn, 52:34)
6-4 A. Aschenbrenner (kein Assist, 59:22/ENG)
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