Zweiter Sieg im Vierten Testspiel – Luchse gewinnen beim ESC Kempten 1B
Die Erste des Münchner EK konnte den September erfolgreich abschließen. Beim ESC Kempten 1B ging das Luchsrudel am Samstag mit einem verdienten 3-6 (0-2, 2-2, 1-2) als Sieger vom Eis.
Luchse überrumpeln Haie
Wie so oft im September machte sich auch am vergangenen Samstag nur ein kleines Luchsrudel auf den Weg ins Allgäu. Die Münchner konnten mit drei Reihen antreten, dafür konnte man mit Simon Klopstock und Kirill Seemann zwei Stürmer erstmals in dieser Saison auf dem Eis sehen. Dass die Luchse bereits seit einigen Wochen auf dem Eis stehen, machte sich schnell bemerkbar. Die Landeshauptstädter waren von Anpfiff an die überlegene Mannschaft. Vor allem läuferisch konnten die Gastgeber im ersten Abschnitt nicht mithalten, und so dauerte es nicht lange, bis die Luchse den ersten Stich setzten. In der neunten Minute überlief Simon Klopstock die gegnerische Hintermannschaft auf dem rechten Flügel, schaute Torwart Simon Schreiber aus, und netzte zum 0-1 für den MEK ein.
Auch nach dem Führungstreffer blieben die Luchse weiter am Drücker und mussten nicht lange auf den nächsten Treffer warten. Die Reihe um Simon Klopstock, Ferdinand Fleissner und Yehor Vinnytskyi schlug in ihrem nächsten Wechsel zum zweiten Mal zu. Simon bediente Yehor, der ukrainische Stürmer tanzte sich durch zwei Gegenspieler, und verlud Schreiber mit einem schönen Move zum zweiten Münchner Treffer. Der Spielstand von 0-2 hielt bis zur ersten Pause Bestand.
Schlendrian nach Führungsausbau
Nach Wiederanpfiff machten die Luchse dort weiter, wo sie im ersten Abschnitt aufgehört hatten. Die Münchner hatten das Spiel komplett im Griff und konnten sogar eine doppelte Unterzahlsituation überstehen, ohne dass Goalie Tamino Kaut auch nur einen Schuss entschärfen musste. Als die Landeshauptstädter erstmals selbst mit einem Mann mehr spielen durften, schlugen sie blitzschnell zu. Maximilian Deutzmann entschied das Bully im gegnerischen Drittel für sich, Dmitrii Paramonov zog von der blauen Linie ab, und Moritz Barth hielt kurz vor dem Tor den Schläger rein. ESC-Goalie Schreiber war angesichts der direkt vor ihm abgefälschten Scheibe machtlos, und nach 26 Minuten deutete alles auf einen glasklaren Sieg der Gäste hin.
Im Anschluss verloren die Münchner jedoch ein wenig den Faden. Vor dem Tor agierten die Luchse zu inkonsequent, und die Sharks bekamen Zeit und Raum, um ihre ersten gefährlichen Angriffe zu fahren. Ein gefährliches Vorgehen gegen die mit ehemaligen Bayernligaspielern gespickte, routinierte Kemptner Mannschaft, und wenig überraschend erhielten die Luchse schnell die Quittung dafür. In der 34. Minute spielte Andreas Ziegler einen Steilpass auf den im genau richtigen Moment durchgestarteten Tobias Jörg, und der 43-jährige Routinier netzte eiskalt zum Anschlusstreffer ein. Kurz darauf durften die Gastgeber erneut in Überzahl agieren und machten es diesmal besser. Tobias Pichler ging auf dem rechten Flügel an der Münchner Hintermannschaft vorbei und verkürzte die Münchner Führung auf nur noch einen Treffer. Zum Glück für die Luchse blieb es jedoch vorerst bei einem Schuss vor den Bug. 90 Sekunden vor der zweiten Pause erkämpfte sich Luis Stroppe den Puck hinter dem gegnerischen Tor, legte mit der Rückhand zurück auf Yehor Vinnytskyi, und der ukrainische Goalgetter wickelte die Scheibe zum Pausenstand von 2-4 sehenswert um den Pfosten.
Offensiveishockey mit dem besseren Ende für die Luchse
Die Gastgeber hatten nach ihren beiden Treffern im Mittelabschnitt Blut geleckt. Entsprechend motiviert starteten sie in die letzten zwanzig Minuten und es gelang ihnen tatsächlich, das Spiel sofort wieder spannend zu machen. Nach einem Münchner Puckverlust in gegnerischen Drittel machten die Allgäuer das Spiel schnell. ESC-Vereinslegende Alexander von Sigriz scheiterte noch im ersten Versuch, doch Florian Gaukel setzte nach und konnte MEK-Goalie Tamino Kaut im zweiten Nachschuss überwinden. Noch knapp 20 Minuten zu gehen, nur ein Tor Vorsprung – würde das Gastspiel im Allgäu doch nochmal enger werden, als es sich die Luchse nach 27 Minuten vorgestellt hatten?
Nach dem dritten Treffer der Allgäuer fuhren nun auch die Luchse wieder ihre Offensivbemühungen hoch. Die Münchner setzten sich im gegnerischen Drittel fest und landeten diverse Torabschlüsse, nur ein Treffer wollte ihnen vorerst nicht gelingen. In der 47. Minute war es schließlich so weit. Die Landeshauptstädter agierten mit zwei Mann mehr auf dem Eis und erarbeiteten sich einen Hochkaräter nach dem anderen. Der bislang extrem treffsichere Veteran Ferdinand Fleissner hatte zwei Mal das leere Tor vor sich, legte die Scheibe aber knapp am Kasten vorbei. Kurz vor Ablauf der zweiten Strafe war es schließlich Nico Olek, der den Puck endlich zum 3-5 im gegnerischen Tor unterbringen konnte.
Mit dem fünften Treffer der Luchse war die Partie bei weitem noch nicht entschieden. Beide Teams spielten nun sehenswertes Offensiveishockey mit offenem Visier, allerdings hielten beide Torhüter ihren Kasten sauber. Die endgültige Entscheidung fiel schließlich in der letzten Minute. Die Gastgeber nahmen den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und erarbeiteten sich nochmal eine gefährliche Gelegenheit, allerdings verpasste ein Pass in den Slot den Schläger des dort lauernden Kemptner Stürmers um wenige Millimeter. Im Gegenzug brachten die Luchse die Scheibe aus der eigenen Zone, die Nico Olek sie als Erster erlaufen konnte. Der Youngster versenkte den Puck im leeren Tor und sorgte mit seinem zweiten Treffer des Abends für den Endstand von 3-6.
Überzeugend mit Stolperern
Dennoch gibt es natürlich weiterhin Baustellen. Bis zum 0-3 zeigten die Luchse eine optimale Leistung, doch im Anschluss ließen sie die Zügel etwas zu locker. Das Defensivverhalten der Landeshauptstädter ließ in dieser Phase ein wenig zu wünschen übrig, und den Gegnern wurde definitiv zu viel Raum gelassen. In den verbleibenden beiden Testspielen sollten sich die Münchner möglichst wenige solcher Phasen leisten, denn die Qualität der Gegner wird in den verbleibenden Wochen bis Saisonstart weiter anziehen.
Ausblick
Die Preseason der Münchner Luchse geht auf die heiße Phase zu. Am Freitag sind die Landeshauptstädter beim Landesliga-Spitzenteam Wanderers Germering zu Gast. Die Luchse freuen sich über jegliche Unterstützung bei dieser schweren Aufgabe!
Benjamin Dornow, 28. September 2026
Statistik
ESC Kempten 1B – Münchner EK „Die Luchse“ 3-6 (0-2, 2-2, 1-2)
26. September 2026, 17:00 Uhr
DEWART Arena Kempten
Zuschauer: 38
Aufstellungen:
ESC Kempten 1B
Schreiber, Fuhrmann – Linnartz, Clermont, Gehr, Kohler (A), Walk – Ziegler (C), Jörg, Brugger, Düerkop, Pichler (A), Weixler, Gaukel, Menzel, Maisinger, Zykov, von Sigriz
Münchner EK „Die Luchse“
Kaut – von Friderici, Stroppe, Killinger, Zimmermann (A), Hnat, Paramonov – Klopstock, Fleißner (A), Vinnytskyi, Seemann, Deutzmann (C), Olek, Sonnengruber, Barth
Tore:
0-1 Klopstock (Killinger, 8:49)
0-2 Vinnytskyi (Klopstock, 11:28)
0-3 Barth (Deutzmann, Paramonov 26:07/PP1)
1-3 Jörg (Ziegler, 33:25)
2-3 Pichler (Linnartz, 36:10/PP1)
2-4 Vinnytskyi (Stroppe, 38:30)
3-4 Gaukel (von Sigriz, 40:28)
3-5 Olek (Deutzmann, Paramonov, 46:29/PP1)
3-6 Olek (kein Assist, 59:11/ENG)
Bilder











