Individuelle Fehler entscheiden das letzte Testspiel – Luchse verlieren knapp in Inzell

Die Münchner Luchse haben ihre Vorbereitung mit einer knappen Niederlage bei einem starken Gegner beendet. Die Landeshauptstädter boten dem letztjährigen Playoff-Team DEC Inzell lange die Stirn und kämpften bis zum Schlusspfiff, mussten sich aber mit 7-4 (1-0, 2-3, 4-1) geschlagen geben.

Sonntagsschuss bricht den Gleichstand

Das Luchsrudel machte sich am Freitag mit einem guten Gefühl auf den Weg nach Inzell. Die Landeshauptstädter haben gerade ihr alljährliches Trainingslager absolviert. Dort nutzten das Team samt Coach Tobias Knallinger die Gelegenheit, die für die Punkterunde angepeilten Formationen aufs Eis zu bringen und auf wie neben dem Eis stärker zusammenzuwachsen. Nun sollte das letzte Testspiel gegen die offensivstarken Gastgeber aus Inzell möglichst erfolgreich gestaltet werden, um mit einem guten Gefühl in die Hauptrunde starten zu können.

Dieses Vorhaben lief durchaus positiv an. Luchse wie Falken spielten schnelles, kurzweiliges Eishockey, ließen aber dennoch die Defensivarbeit nicht außen vor. So ging es auf der kleinen Eisfläche in der Max Aicher Arena schnell hin und her, doch Torabschlüsse aus den hochgefährlichen Regionen auf dem Eis waren dank der starken Defensivarbeit beider Seiten eher Mangelware. Wurden die Torhüter Stefan Weibhauser und Jens Berger gefordert, waren sie zur Stelle. Die Teams steuerten auf ein leistungsgerechtes Unentschieden zur ersten Pause zu, allerdings hatte ein Falke etwas dagegen. Vier Minuten vor dem Pausentee fasste sich der Inzeller Goalgetter Marcel Nedwed ein Herz, betrat das Angriffsdrittel, und klemmte einen unhaltbaren Laser aus dem Handgelenk unter die Latte. Die Luchse berappelten sich schnell, konnten aber vor der Pause nicht mehr zurückschlagen, sodass die Teams mit einem Spielstand von 1-0 in die Pause gingen.

Luchsrudel dreht spät auf

Zu Beginn des zweiten Drittels setzte sich das Bild der ersten zwanzig Minuten fort. Die Mannschaften zeigten weiter schnelles Eishockey mit leichten optischen Vorteilen für die Gastgeber. Dennoch verging die erste Hälfte des Mittelabschnitts ohne zu große Torchancen. Ziemlich genau zur Hälfte des Spiels übernahm Jan Kumerics für Jens Berger im Münchner Gehäuse, und von nun an überschlugen sich die Ereignisse. In der 34. Minute genehmigte sich die Münchner Hintermannschaft einen folgenschweren Turnover im eigenen Drittel. Die Gastgeber nahmen die Scheibe auf, Hubert Hirschbichler und Martin Davidek machten kurzen Prozess, und schon stand es 2-0 für den DEC. Kurz darauf kam es noch dicker. Michael Eberlein sprintete Coast To Coast über das Spielfeld, ließ die komplette Münchner Hintermannschaft stehen, und netzte zum 3-0 ein. Es roch nach Vorentscheidung in der Max Aicher Arena.

Es sah kurz vor der zweiten Pause nicht gut für das Luchsrudel aus. Oftmals braucht es allerdings nur eine kleine glückliche Wendung, um in Fahrt zu kommen. Diese Wendung vollzog sich für die Landeshauptstädter kurz nach dem dritten Gegentreffer. Die Luchse marschierten vom Bully weg in Richtung gegnerisches Drittel und setzten zunächst einen Schuss an die Latte. Der Rebound klatschte an den Rücken von Christian Steinmetz und prallte von dort über die Torlinie zum Anschlusstreffer des MEK. Das Tor war keine klassische Schönheit, dieses Prädikat erfüllte dafür der nächste Streich der Münchner. Neuluchs Kirill Seemann schnappte sich im eigenen Drittel die Scheibe und beschloss, den Turbo zu zünden. Der Stürmer ging wie ein warmes Messer durch die buttrige Hintermannschaft der Gastgeber, setzte aus dem hohen Slot zum Handgelenkschuss an, und klemmte die Scheibe unhaltbar unter die Latte. Jetzt waren die Luchse da, und als sie kurz vor dem Pausenpfiff in Überzahl agieren durften, war das Spiel wieder komplett offen. Die Münchner schnürten ihre Gegner ein und ließen die Scheibe laufen, bis erneut Kirill Seemann den Puck aufs Tor brachte. Der erste Versuch konnte noch von Weibhauser pariert werden, allerdings nur auf Kosten eines Abprallers. Diesen konnte Simon Klopstock aus nächster Nähe über die Linie bugsieren und 15 Sekunden vor dem zweiten Pausentee für den 3-3 Ausgleich sorgen.

Gastgeber marschieren, Luchse ohne Fortune

Mit diesen letzten fünf Minuten im Rücken hätten die Luchse an und für sich mit voller Energie und dem Momentum auf ihrer Seite in den Schlussabschnitt starten sollen. Allerdings sollten die Luchse es in den letzten zwanzig Minuten schwer haben, ihren Zugang zum Spiel zu finden. Das Drittel begann direkt mit einem Unterzahlspiel. Dieses konnten die Münchner zwar mit starker Defensivarbeit und guten Paraden von Jan Kumerics überstehen, allerdings konnten sich die Gastgeber mit einem Mann mehr auf dem Eis einspielen und das Heft des Handelns übernehmen. Die ersten zehn Minuten des Schlussabschnitts gehörten den Falken, und In der 50. Minute kam es, wie es kommen musste. Marcel Nedwed gewann ein Bully im Münchner Drittel, Sebastian Schwabl zog von der blauen Linie ab, und der Puck schlug hoch im Münchner Gehäuse ein. Jan Kumerics, der seine Mannschaft bis dahin mit starken Saves im Spiel gehalten hat, hatte keine Chance. Kurz darauf folgte die nächste Strafzeit der Kategorie Momentum-Killer, und im Powerplay bauten die Gastgeber ihren Vorsprung aus. Wieder führte eine Fehlkommunikation im eigenen Drittel zu einem fatalen Turnover, und wieder hatten die Inzeller leichtes Spiel, den Bock der Münchner Hitnermannschaft in Person von Michael Eberlein auszunutzen.

Nach dem 5-3 fingen sich die Luchse und hatten ihre ersten Offensivaktionen des Drittels. Sechs Minuten vor Ende zog Tobias Knallinger seine Auszeit, sprach nochmal mit seinen Jungs, und ließ Jan Kumerics zu Gunsten eines sechsten Feldspielers auf der Bank. Die Maßnahme zeigte leider nicht die gewünschte Wirkung. Die Gastgeber konnten den Puck klären, Maximilian Zauner gewann das Rennen um den Puck, und die Scheibe zappelte zum 6-3 im leeren Tor. Die Luchse zeigten jedoch einmal mehr Resilienz und konnten durch einen schönen Treffer von Max Deutzmann eine Minute später wieder auf zwei Tore herankommen. Kurz darauf zog Tobias Knallinger erneut den Goalie, allerdings waren es wieder individuelle Fehler, die die Luchse ihre Chance auf den Ausgleich kosteten. Diesmal war es ein vermeidbarer Puckverlust, der zum zweiten Empty Net Goal des Abends führte, diesmal durch Christian Rieder. Das 7-4 war gleichzeitig der Endstand eines insgesamt starken Vorbereitungsspiels, das spielerisch deutlich enger war, als es das Ergebnis vermuten lässt.

Individuelle Fehler lassen das Spiel kippen

Das Vorbereitungsprogramm der Münchner Luchse ist nach sechs Testspielen mit zwei Siegen und vier Niederlagen abgeschlossen. Obwohl die Ergebnisse wenig Raum für Freudensprünge lassen, haben Coach Tobias Knallinger und die sportliche Leitung des Luchsrudels das gesehen, was sie sich erhofft hatten. Die Münchner haben sich mit starken, ambitionierten Gegnern gemessen und konnten aus jedem Testspiel etwas lernen. Die Erfahrung aus Inzell dürfte eindeutig sein – individuelle Fehler sind gegen die Spitzenteams der Bezirksliga Bayern verheerend. Mehrere Gegentreffer entstanden aus Fehlpässen (teils im eigenen Drittel), und absolut vermeidbare Strafzeiten erschwerten es den Münchnern erheblich, in der entscheidenden Phase den Zugriff auf das Spiel zu finden.

Selbstverständlich gibt es auch einiges an positiven Aspekten. So zeigte sich, dass die Münchner Torhüterrotation absolut bereit für die Punkterunde ist. Sowohl Jens Berger als auch Jan Kumerics präsentierten sich in bestechender Frühform und zeigten, dass auch in diesem Winter auf sie Verlass ist. In der Offensive stellten die Luchse einmal mehr ihre Fähigkeit unter Beweis, Momentum zu kreieren und mehrfach in Serie zuzuschlagen. Besonders erfreulich war hier natürlich der erste Treffer im Luchsfell von Kirill Seemann, doch auch die anderen Offensivnewcomer Justin Stiebel und Florian Sonengruber zeigten wie die gesamte Preseason über starke Leistungen. Nun gilt es, in der spielfreien Woche im Training weiterzuarbeiten, und im Anschluss die Erfahrungen aus der Vorbereitung in einen gelungenen Saisonstart umzumünzen.

Ausblick

Alles wird auf Null gesetzt – nächste Woche starten die Münchner Luchse in die Hauptrunde. Am 30. Oktober findet das erste Punktspiel der Landeshauptstädter im heimischen Eis- und Funsportzentrum West statt. Zu Gast ist der Derbygegner EV Fürstenfeldbruck 1B. Wir freuen uns auf ein volles Weststadion und einen tollen, gemeinsamen Saisonauftakt!

Benjamin Dornow, 20. Oktober 2026

Statistik

Falken Inzell – Münchner EK „Die Luchse“ 7-4 (1-0, 2-3, 4-1)

16. Oktober 2026, 20:00 Uhr

Max Aicher Arena

Zuschauer: 75

Aufstellungen:

Falken Inzell

Weibhauser, Feiersinger – Zauner, Schwabl, Tödling, Mayer (A), Surauer – Plenk, Nedwed, Wallner, Zeller, Dufter, Fehr, Eberlein, Balthasar, Rieder (C), Davidek, Hirschbichlerter – Verteidiger – Stürmer

Münchner EK „Die Luchse“

Berger, Kumerics – Bernhofer, Klopstock, Stroppe (A), Killinger, Hnat, Paramonov (C) – Steinmetz, Vinnytskyi, Ziegelhöffer, Seemann, Deutzmann (A), Olek, Sonnengruber, Stiebel, Barth

Tore:

1-0 Nedwed (Balthasar, Schwabl, 15:06)

2-0 Davidek (Hirschbichler, 33:04)

3-0 Eberlein (Davidek, 35:06)

3-1 Steinmetz (Paramonov, Hnat, 35:22)

3-2 Seemann (Bernhofer, 36:43)

3-3 Klopstock (Seemann, Stroppe, 39:45/PP1)

4-3 Schwabl (Zauner, Nedwed, 49:19)

5-3 Eberlein (Plenk, Schwabl, 51:25/PP1)

6-3 Zauner (Balthasar, 54:34/ENG)

6-4 Deutzmann (Klopstock, Stroppe, 55:36)

7-4 Rieder (Hischbichler, 57:07/ENG)

Bilder