Erstes Spiel, erster Sieg – Luchse starten in Miesbach erfolgreich in die Vorbereitung

Die Münchner Luchse sind mit einem Sieg in die Testspielphase der Saison 2023/24 gestartet. Beim Auswärtsspiel gegen die zweite Mannschaft des TEV Miesbach stand nach 60 Minuten ein 3-4 für die Landeshauptstädter auf der Anzeigetafel.

Soloeinlage und Slapstick

Nach zwei Monaten Sommertraining und sechs Trainingseinheiten auf dem Eis stand für die Münchner Luchse am vergangenen Samstag das erste Testspiel der neuen Saison an. Trotz der noch anhaltenden Urlaubssaison und dem Beginn des 188. Oktoberfestes machten sich immerhin fünfzehn Luchse auf den Weg in die Kreisstadt im Süden der Landeshauptstadt. Neben den etablierten Münchner Eishacklern waren auch einige neue Gesichter mit dabei. Auch auf der gegnerischen Seite gab es einen alten Bekannten. Der frühere MEK-Forward Jonas Mauch tritt nach einer Saison in Geretsried mittlerweile für die zweite Mannschaft des TEV Miesbach an.

Ehe es auf dem Eis im Miahelfnzam Stadion heiß hergehen konnte, mussten beide Mannschaften allerdings noch einen Moment warten. Aufgrund der verspäteten Ankunft der Sanitäter verzögerte sich der Beginn des Warmups um einige Minuten. Als die Begegnung nach der Ankunft des medizinischen Personals beginnen konnte, war es Alex van gen Hassend, der erstmals für Torgefahr sorgen konnte – allerdings nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Der Routinier verschätzte sich bei einem scharfen Pass, den er nicht hinter das Tor, sondern aus kürzester Distanz direkt auf den Münchner Goalie Jens Berger feuerte. Glücklicherweise war Jens schon früh wach und konnte einen Slapstick-Start in die Saison dank seiner schnellen Reflexe verhindern.

Neben dem Beschuss aus den eigenen Reihen gab es in der Anfangsphase des Spiels für die Münchner Hintermannschaft eher wenig zu tun. Die Luchse setzten die Anweisungen von Neu-Coach Markus Kiefl gut um und brachten von Anpfiff an viele Schussversuche auf das Tor von TEV-Goalie Bernhard Feiersinger. So war es wenig verwunderlich, dass die Gäste den ersten Treffer des Abends erzielten. In der achten Minute ließ Theodor Ziegelhöffer seine Gegenspieler mit einigen flinken Haken alt aussehen und konnte schließlich auch Feiersinger mit einem feinen Move verladen. Mit einer ästhetisch wertvollen Einzelaktion sorgte Theo für einen höchst sehenswerten Startschuss in die Saison.

Auch nach der Führung spielten die Luchse weiter munter in Richtung Tor der Gastgeber. Statt den zweiten Treffer des Abends zu erzielen, mussten die Landeshauptstädter einen kuriosen Rückschlag hinnehmen. In der elften Spielminute zog Felix Kowolik aus dem hohen Slot ab, blieb mit seinem Abschluss jedoch hängen. Der Schuss wurde schräg nach oben geblockt und wurde zu einer Bogenlampe, die sich über MEK-Schlussmann Jens Berger in Richtung Torlinie senkte. Schlussendlich war es Andreas Huber, der den Puck über die Linie drückte, und alles wieder auf Anfang stellte. Mit dem Spielstand von 1-1 gingen die Mannschaften schließlich in die erste Drittelpause.

Offensivfeuerwerk im Mittelabschnitt

Waren die Gäste im ersten Abschnitt noch offensiv überlegen, sollte sich das Bild in den zweiten zwanzig Minuten massiv ändern. Beide Mannschaften lieferten sich nun einen offensiven Schlagabtausch mit einigen sehenswerten Treffern. Den ersten Stich setzten erneut die Gäste. In der 29. Spielminute erkämpfte sich der äußerst agil auftretende Theodor Ziegelhöffer seinen eigenen Rebound und brachte den Puck auf der Drehung erneut in Richtung Tor. Der ursprüngliche Versuch wäre für Feiersinger im Miesbacher Tor wohl kein Problem gewesen, doch Neuluchs Gereon Erpenbach hielt direkt vor dem TEV-Goalie seine Kelle in den Schuss. So konnte Feiersinger nur noch zusehen, wie der Puck zum 1-2 für den MEK über die Linie kullerte.

Die Gastgeber hatten auch auf den zweiten Treffer die richtige Antwort parat. Nach einem Schuss der Gastgeber auf das Tor von Jens Berger war es im Kuddelmuddel vor dem Münchner Gehäuse ausgerechnet Jonas Mauch, der die Scheibe im zweiten Versuch über die Linie bugsierte. Der Ex-Luchs nutzte zwar seine Hand, um dem Puck den entscheidenden Stoß ins Tor zu verpassen, allerdings lag laut Schiedsrichtern keine aktive Bewegung in Richtung Puck vor. Der Treffer war somit regulär, und die Mannschaften waren wieder gleichauf.

Der Gleichstand hielt allerdings keine zwei Minuten. Yehor Vinnstyksi hatte zwar den ganzen Abend lang seine liebe Mühe mit dem gegnerischen Schlussmann, doch wie so meistens konnte der ukrainische Goalgetter nicht komplett kaltgestellt werden. In der 35. Minute wurde Yehor von Tobias Treichl vor dem Tor perfekt in Szene gesetzt und ließ den Puck mit einem abgeklärten Schuss, der vor absoluter Routine triefte, im Netz zappeln. Wer gut fünf Minuten vor Drittelende denkt, dass die drei Treffer alles gewesen sein würden, kann sich nun für eine heiße Schlussphase anschnallen.

Die Gastgeber steckten im eigenen Stadion nie auf und kamen erneut ins Spiel zurück. Kapitän Max Schweinsteiger legte den Puck auf Andreas Huber zurück, und der am heutigen Tag bereits erfolgreich gewesene Stürmer feuerte die Scheibe mit Volldampf auf das gegnerische Tor. Jens Berger war gegen den mächtigen Hammer von Hober vollkommen machtlos und konnte gar nicht so schnell schauen, wie der Puck im Netz hinter ihm zum erneuten Ausgleich einschlug. Das halbe Dutzend war auf der Anzeigetafel nun voll, doch das letzte Wort in diesem Abschnitt hatten die Gäste.

In einem Drittel voller Offensivpower und einiger sehenswerter Aktionen war es die Münchner Kämpferreihe, die den Schlusspunkt unter äußerst unterhaltsame zwanzig Minuten setzte. Daniel Berthe, der das ganze Spiel über mit seinem unverkennbare Kampfgeist glänzte, eroberte einen bereits verloren geglaubten Puck hinter dem gegnerischen Tor zurück und leitete ihn an Julien Frey weiter. Der Neuluchs aus dem hohen Norden, über den ihr in der kommenden Woche mehr erfahren werdet, sah seinen Reihenkollegen Tobias Treichl ungedeckt vor dem Tor stehen und spielte den perfekten Pass zu seinem besser postierten Mitspieler. So optimal in Szene gesetzt hatte Tobias keine Mühe damit, den Puck gut eine Minute vor Drittelende im Tor zu versenken und seine Mannschaft ein viertes Mal in Führung zu bringen.

Mit Disziplin über die Ziellinie

Nachdem die Mannschaft des TEV Miesbach 1b bereits drei Mal ins Spiel zurückgekommen sind, stellte sich im letzten Abschnitt die Frage, ob es ihnen auch ein viertes Mal gelingen würde. Bevor die Gastgeber im letzten Abschnitt offensiv auf sich aufmerksam machen konnten, kam es jedoch zu einer kleinen Schrecksekunde. Der den ganzen Abend lang bereits überaus aktive Tobias Treichl schickte einen seiner Gegenspieler kurz nach Beginn des Drittels mit einem saftigen Hit in die Bande. Der Spieler der Gastgeber benötigte daraufhin einen Moment, um sich wieder zu berappeln. Von den Gästen musste sich kurz darauf Alex van gen Hassend nach einer Kollision auf dem Eis mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Eis schleppen.

Auch Aktionen am Torraum waren auf beiden Seiten keine Mangelware. Bei den Luchsen hatte Yehor Vinnytskyi einige gute Gelegenheiten auf seinen zweiten Treffer des Abends, doch der Ukrainer fand im gegnerischen Schlussmann regelmäßig seinen Meister. Auch die Gastgeber versuchten unentwegt, das Gehäuse von Jens Berger in Gefahr zu bringen. Ein großer Teil der Abschlüsse sollten den Münchner Schlussmann jedoch nie erreichen. Die Luchse zeigten hohen Einsatz und blockten Schüsse, als hätte die Hauptrunde bereits begonnen. Alleine Dominik Hnat zeichnete sich für sechs Blocks verantwortlich.

Ein letztes Mal wurde es für die Gäste jedoch noch brenzlig. Simon Langnickel wurde von dem äußerst souverän agierenden Schiedsrichtergespann knapp drei Minuten vor Ende auf die Strafbank geschickt. Nachdem sich die Gastgeber im Angriffsdrittel festgesetzt hatten, wurde der Torhüter für einen sechsten Feldspieler vom Eis genommen. Die Luchse verteidigten die doppelte Unterzahl jedoch souverän und schickten den Puck einige Male tief in das gegnerische Drittel, ehe Andreas Steer für die Vorentscheidung sorgte. Das Münchner Kindl beschäftigte zwei Gegenspieler an der Bande und verleitete Michael Karrenberg dazu, ihn nicht regelkonform zu Fall zu bringen. Im Vier-gegen-Vier konnten die Münchner die Zeit souverän von der Uhr spielen und schließlich ihr erstes Testspiel erfolgreich über die Bühne bringen.

Starke Debütanten sorgen für ahnsenhlichen Auftakt

Während weder das Ergebnis noch das Auftreten aus dem ersten Testspiel ein Indikator für den Erfolg oder Misserfolg in der Bezirksliga-Hauptrunde sein dürfte, kann das Luchsrudel mit seinem ersten Auftritt zufrieden sein. Die neu zusammengestellten Reihen zeigten im ersten Zusammenspiel unter Wettbewerbsbedingungen positive Ansätze. Die vier aktiven MEK-Verteidiger deuteten mit jeweils dreißig Minuten Einsatzzeit bereits früh in der Saison ihre gute konditionelle Verfassung an. Außerdem konnten mit Julien Frey und Gereon Erpenbach zwei Neuluchse in ihrem ersten Spiel für den neuen Verein scoren.

Ausblick

Am kommenden Wochenende setzen die Luchse die Vorbereitung auf die Bezirksliga-Saison 2023/24 in Dorfen fort. Am Samstag sind die Landeshauptstädter bei der zweiten Mannschaft des ESC Dorfen zu Gast. Das Luchsrudel freut sich über jegliche Unterstützung vor Ort!

Benjamin Dornow, 18. September 2023

Statistik

TEV Miesbach 1b – Münchner EK „Die Luchse“ 3-4 (1-1, 2-3, 0-0)

16. September 2023, 18:15 Uhr

Miahelfnzam Stadion

Zuschauer: k.A.

Aufstellungen:

TEV Miesbach 1b

Feiersinger, Mühldorfer – Kowolik, Klinger, Karrenberg (A), Lemke, Heitkamp – Waizmann, Schäffler (A), Hoffmann, Adolph, Huber, Schweinsteiger (C), Mauch, Maier

Münchner EK „Die Luchse“

Berger, Kaut – van gen Hassend, Killinger (C), Langnickel (A), Hnat – Klein, Cera (A), Frey, Vinnytskyi, Ziegelhöffer, Berthe, Erpenbach, Treichl

Tore:

0-1 Ziegelhöffer (Killinger, Vinnytskyi, 7:38)

1-1 Huber (Kowolik, 10:16)

1-2 Erpenbach (Ziegelhöffer, 28:45)

2-2 Mauch (kein Assist, 32:59)

2-3 Vinnytskyi (Treichl, Frey, 34:33)

3-3 Huber (Schweinsteiger, 36:44)

3-4 Treichl (Frey, Berthe, 38:55)

Schüsse:

TEV Miesbach 1b : 25

Münchner EK „Die Luchse“: 44

Strafminuten:

TEV Miesbach 1b : 4

Münchner EK „Die Luchse“: 4

Bilder