Keine Überraschung gegen Mittenwald – altbekannte Fehler kosten die Luchse das Spiel

Kalte Temperaturen, ein klarer Himmel und ein fast voller Mond. Die Witterungsbedingungen hätten für das erste Freiluftheimspiel der Münchner Luchse seit über 15 Jahren kaum besser sein können. Noch dazu war der amtierende Bezirksligameister aus Mittenwald zu Gast im Weststadion. Einem packenden Eishockey-Abend stand also nichts mehr im Wege.

Dieser „Oldschool-Hockey“-Abend begann für die Luchse durchaus positiv. Im ersten Drittel versteckte sich die Mannschaft nicht vor dem amtierenden Meister um Ex-DEL-Spieler Stephan Wilhelm. Die Münchner spielten vor den Augen der heimischen Fans munter mit und konnten das Spiel ausgeglichen gestalten. Im Fünf-Gegen-Fünf waren kaum Leistungsunterschiede zwischen dem favorisierten EVM und dem Außenseiter MEK festzustellen. Die Gäste aus dem Werdenfelser Land kamen zwar gefährlicher vor das gegnerische Gehäuse als die Luchse, jedoch konnte MEK-Goalie Sascha Bergelt alle Versuche der Gäste entschärfen. Mit einem leistungsgerechten Unentschieden ging es in die erste Drittelpause.

Zu Beginn des zweiten Drittels überraschten die Mittenwalder die Gastgeber mit einer neuen Taktik: Die neutrale Zone sollte schnell überbrückt werden, um rasch für Gefahr im gegnerischen Drittel zu sorgen. Die Umstellung von Trainer Christian Mayr zeigte früh Wirkung. Bereits in der ersten Minute des Drittels fuhren die Mittenwalder zwei Alleingänge auf das Tor der Münchner. Während der erste Sololäufer seinen Meister in Bergelt fand, konnte der zweite Konter nur per Foulspiel entschärft werden. Die korrekte Entscheidung: Penalty für den EV Mittenwald. Louis Mutz übernahm die Verantwortung, scheiterte jedoch an Bergelt im Münchner Gehäuse.

Wenige Sekunden später musste Peter Frank für zwei Minuten auf der Strafbank Platz nehmen. Die Luchse setzten sich in der Zone fest, kamen vor das Tor und gingen tatsächlich in Führung. Lukas Voit schob einen Abpraller über die Torlinie und erzielte damit den ersten Treffer des Abends.

Die Führung gab den Luchsen Sicherheit. Die Münchner kontrollierten das Spiel gegen den Favoriten. Als der zuvor beim Penalty glücklose Mutz in der 30. Minute dann auch noch wegen eines Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich für 2+10 Minuten auf der Strafbank Platz nehmen musste, deutete vieles darauf hin, dass der MEK seine Führung weiter ausbauen kann. Doch ähnlich wie vergangenes Wochenende in Schongau landete der Puck bei einem Überzahlspiel der Luchse nicht im gegnerischen Tor, sondern im eigenen. Die Münchner waren mit wie ohne Puck viel zu passiv. Zunächst gaben sie die Scheibe im Angriffsdrittel ab und ließen dann Georg Fleyss im eigenen Drittel völlig unbedrängt zum Tor ziehen. Der Mittenwalder Stürmer versenkte den Puck zum 1-1 Ausgleich halbhoch im Luchse-Tor.

Direkt nach dem Ausgleich wanderte der nächste Gästespieler auf die Strafbank und gab den Luchsen die Gelegenheit, die Führung in doppelter Überzahl wiederherzustellen. Doch nicht nur gelang den Luchsen kein Schuss auf das Gehäuse von Josef Kraus, es kam noch schlimmer: Eine tief gespielte Scheibe fand den Weg direkt auf den Schläger vom soeben von der Strafbank zurückkehrenden Christoph Pilgram, der den Unterzahlkonter der Werdenfelser erfolgreich abschloss. Wie in der Vorwoche gaben die Luchse ihre hart erarbeitete Führung in eigener Überzahl aus der Hand. Beinahe konnten die Gäste ihre Führung noch ausbauen, doch ein Tor für Mittenwald wurde wegen Torraumabseits nicht gegeben. Kurz vor Ende des Drittels jedoch erhöhte Corey Morgan bei vier gegen vier regulär auf 3-1 für den EVM. Ein gebrauchter Tag für die Münchner Special Teams.

Die Luchse starteten mit viel Energie in den letzten Abschnitt und warfen nochmal alles in die Waagschale, um den Rückstand zu verkürzen. Doch trotz bester Bemühungen kamen sie nicht mehr gefährlich genug vor das Tor der Werdenfelser. Diese wiederum konterten die Münchner bei jeder Gelegenheit gnadenlos aus. Eine Kombination aus dem herausragend haltenden Sascha Bergelt und dem Pfosten hielt den MEK noch bis kurz vor Ende im Spiel. Als dann der pfeilschnelle Morgan knapp drei Minuten vor Spielende auf 4-1 erhöhte, war die Niederlage besiegelt.

Die Luchse zogen sich in diesem sehr gut geleiteten Spiel zwar achtbar aus der Affäre, können sich aber dennoch bei Torhüter Bergelt bedanken, dass es bei nur vier Gegentoren geblieben ist. Wir bedanken uns bei unseren Fans für ihren Besuch und die lautstarke Unterstützung.

Das nächste Spiel der Luchse findet am Samstag, dem 16. November 2019 statt. Gegner im Münchner Weststadion ist der ESV Dachau Woodpeckers.

Münchner EK „Die Luchse“ – EV Mittenwald 1-4 (0-0, 1-3, 0-1)

Eis- und Funsportzentrum West

Zuschauer: 50

Aufstellungen:

Münchner EK „Die Luchse“:

Bergelt, Jesinghaus – Pappers, Werner, Killinger (C), Schafroth, Axtner, Schmidt D. (C), Strobl – Stöckert, Steinmetz, Wischnewsky, Meierl, Lauer (A), Schorr, Reisinger, Voitl, Behmer

EV Mittenwald:

Kraus – Peiss, Watfors, Müller, Wilhelm, Pilgram, Frank A. (A), Gruber, Fichtl C. – Breundl, Mutz, Gallenberger (C), Hornsteiner (A), Morgan, Fichtl L., Fleyss, Gerstmair, Frank P., Ostler, Hock

Tore:

1-0 Voit (Behmer, 21:51/PP1)

1-1 Fleyss (kein Assist, 30:12/UZ1)

1-2 Pilgram (kein Assist, 31:10/UZ1)

1-3 Morgan (kein Assist, 36:36)

1-4 Morgan (Mutz, 56:50)

Strafzeiten:

Münchner EK „Die Luchse“: 14

EV Mittenwald: 18+10

Die erste „Handshake-Line“ im neuen Luchsbau